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Die
Ahti wurde im Jahr 2002 auf der spanischen Werft Astilleros Armon als
Schwesterschiff der UKKO gebaut. Beide Neubau wurden von der Fortum Oil in
Finnland in Auftrag gegeben und von der spanischen Werft und dem
Schiffsdesigner Beacon entwickelt. Fortum benötigt für seine Häfen an
der finnischen Küste nicht nur kräftige Schlepper zur Unterstützung der
eigenen Tankerflotte, sondern auch leistungsfähige Eisbrecher. UKKO und
AHTI vereinen diese beiden Forderungen in sich. Eine kräftige Bugwinde der Firma Karmoy, der verstärkte Rumpf und
der besonders flache Aufbau sorgen für beste Performance. Da UKKO und
AHTI fast immer im Escortdienst eingesetzt werden, wird die Bugwinde zum
Fahren der Schleppleine verwendet. Durch den flachen Aufbau wurde der
Schlepppunkt bewusst tief gehalten. Das führt dazu, dass der Schlepper
nicht mehr so leicht umschlagen und kentern kann. Auch ist die Schleppfähigkeit
durch den tiefen Angriffspunkt verbessert. Für
Langstreckenverschleppungen haben beide Schlepper auch noch eine
Ein-Trommel-Achterwinde. Diese Winde ist im Gegensatz zur Bugwinde mit
einem Stahlseil ausgestattet. Auf der Bugwinde befindet sich ein
Dyneemaseil. Neben der Heckwinde ist noch ein Schlepphaken der Firma
Mampaey installiert. Um die Heckschlepptrosse und das Motorboot auf dem
Oberdeck besser händeln zu können wurde ein Palfinger Marinekran hinter
dem Stb-Abgasrohr eingelassen. Zusätzlich werden mit diesem Kran die großen
Tankerfender und das Ölabpumpgerät bewegt. Dieses Ölauffanggerät wurde
vom finnischen Staat beschafft und Fortum kümmert sich um den Einsatz. Im
Maschinenraum arbeiten zwei Wärtsilä Dieselmotoren mit zusammen fast
5000kW. Beide Maschinen übertragen ihre Kraft auf zwei am Heck montierte
Schottelantriebe der Firma Rolls-Royce vom Typ Aquamaster 3001CP. In den
riesigen Kortdüsen drehen sich Vierblattverstellpropeller mit ca. 3m(!)
Durchmesser. Zusätzlich befinden sich im Maschinenraum zwei 120kW
Volvo-Generatoren für die Stromerzeugung. Mit all dieser technischen Ausrüstung
entwickelt die AHTI eine Pfahlzug von 70t. Beide Schlepper sind 33,5m
lang, 12.8m breit und sind bis auf den Standort des Klimaschrankes und
eines Entlüfters für die Frischwassertanks identisch. |
Nach Herstellung der Lüfter
und provisorischer Montage am Aufbau war nun die Reling an der Reihe. Das erwies sich
als schwieriger als vorher erwartet. Die Relingstützen bestehen aus einem Rechteckprofil
und die Durchzüge wurden, wie der Name schon sagt, durch kleine Bohrungen durchgezogen.
Dabei kam es darauf an zwei identische Durchzüge zu biegen, die Relingstützen
aufzufädeln und dann das Ganze in die Löcher an Deck einzulöten. Im Anschluss wurde
dann nur noch ein Handlauf aus 2mm-Messingdraht zurechtgebogen. Ich habe
mir zur Herstellung der Relingstützen eine Schablone hergestellt, damit die Bohrungen alle in der
gleichen Höhe und mittig im Material sitzen. Die Durchzüge und der Handlauf wurden
dann weich mit den Stützen verlötet. Die Stützen sind übrigens von innen mit dem Deck
verlötet, um auch hier unschöne Lötstellen zu vermeiden.
Erst jetzt traute ich mich an den Mast.
Glücklicherweise hatte ich davon einen Plan, aber wie immer stimmte der natürlich
nicht mit den Fotos überein. Also wurden die Hauptmaße vom Plan übernommen und die
Details nach den Fotos erstellt. Das Basisteil des Mastes besteht aus mehreren Teilen
Messingrohr, die auf Stoß zusammengelötet wurden. Um trotzdem die nötige Stabilität
zu erreichen, wurden im rechten Winkel zu den Lötnähten 0,5mm breite Schlitze mit einer
Trennscheibe in den Mast gesägt. In diese Schlitze wurden passende Blechstreifen
eingelötet und hinterher das überstehende Material abgefeilt. Die Mastplattform
besteht aus Platinenmaterial. Für den Mast mussten über 70cm
Leitern erstellt werden. Die Stufen bestehen - wie im Original- aus Rechteckmaterial
und sind um 45° verdreht in die Wangen eingelötet. Die Körbe über den Leitern bestehen aus
3x1mm Messingprofil. Die runden Bügel wurden über einem Rohr mit passendem
Außendurchmesser gebogen und dann mit der Leiterwange verlötet. Anschließend wurden
daran die Streben gelötet. Erst jetzt habe ich die fertigen Leitern an den Mast
gelötet. Die Reling auf der Mastplattform wurde nach dem gleichen Prinzip wie die Reling an Deck hergestellt.
Wegen der Enge war es noch ein wenig schwieriger die passenden Teile zu biegen. Erst nach Montage dieser Reling habe ich
das obere Mastteil in die Plattform gesteckt und von unten verlötet. Zum Schluss
wurden dann noch die "Rahen" an den Mast gelötet und vorn und hinten die kleine
Leiter. Es fehlen jetzt noch die kleinen Plattformen, auf die die Lampen gesetzt
werden. Die Verkabelung wird dann nach Lackierung offen auf der Rückseite des Mastes
entlangt geführt. Der Mast wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Aufbau
verlötet, da am Aufbau noch Arbeiten zu erledigen sind, wobei der Mast nur stören
würde.
Eine dieser Arbeiten war die Herstellung und Montage der Selbstschutzanlage
(Sprühanlage im Feuerlöscheinsatz). Hierzu wurden an beiden Seiten des Aufbaus
Messingrohre mit 3mm Außendurchmesser entlanggeführt. Natürlich müssen die entsprechend
gebogen und mit Rohrschellen befestigt werden. Es gibt zwei Methoden ein Rohr zu biegen.
Man erhitze das Messingrohr mit einer Lötlampe, bis es glüht. Danach abkühlen
lassen ( Vorsicht, Verbrennungsgefahr!!!!) und mit gesiebten Vogelsand füllen und gut
stopfen. Beide Seiten so verschließen, dass sich kein Hohlraum gebildet hat. Jetzt kann
vorsichtig gebogen werden. Der Vogelsand verhindert so ein Abknicken. Aber Vorsicht, nicht jeder Radius möglich.
Der Radius hängt sehr stark vom verwendeten Durchmesser ab. Je dicker das Rohr, desto größer ist der Radius, der gebogen werden kann.
Ohne das Erhitzen und das Füllen mit Sand ist ein Biegen nur mit einem Rohrbiegegerät möglich. Messing verhält sich
da sehr widerspenstig! Leider geht dieses Biegegerät nur bis zu einem Durchmesser von 3mm. Die Rohrschellen sind aus
schmalen Messingblechstreifen um das zuhaltende Rohr gebogen. Als Halterung wurde ein kurzer
Messingdraht angelötet, der durch eine Bohrung in den Aufbau gesteckt wird. Die Rohrflansche
sind aus massivem Messingrundmaterial aus dem Baumarkt. In dieses Rundmaterial habe ich auf
der Drehmaschine eine Bohrung eingebracht und dann mit einem Kappgerät kleine Scheiben davon
abgeschnitten.
In diese Scheiben wurden wiederum kleine Bohrungen für die Schraubenimitation eingebracht.
Man braucht diese "Flansche" dann nur auf das Rohr schieben und an der entsprechenden
Stelle mit Sekundenkleber verkleben.
Der Rumpf und die Urform betehen aus ca. 10kg Spachtelmasse, viele Balsabretter und
24m2 80g- und 4m2 160g-Glasfasergewebe. Nach vielen Spachtel- und Schleifdurchgängen
konnte ich den Rumpf von der Form trennen. Die Wandstärke beträgt jetzt ca. 2mm. Das hört
sich wenig an, aber mit dem Spantgerippe im Rumpf hat er doch eine erstaunliche
Verwindungssteifheit. Ein Gerippe im Rumpf bildet bei meinen Schiffen auch immer
gleichzeitig die Deckauflage. Das Holz wird mit einer Masse aus dem Trockenausbau
behandelt.Um einen besonders scharfen Kiel zu bekommen wurden die Ecken mit Aluwinkeln
beklebt und diese dann mit Spachtelmasse angeglichen und mit einer Lage Glasfasergewebe überzogen.
An der vorderen Kante wurde daraufhin noch ein Messingrundprofil angesetzt. Die Antriebsgrundplatte
wurde mit Epoxydharz an die vorgesehene Stelle geklebt.
Die Funkakkukiste auf dem Aufbau an der Steuerbordseite ist mit funktionsfähigen Scharnieren gebaut.
Jedes Scharnier besteht dabei aus fünf kleinen Teilen. Entsprechend verlötet und zusammengesetzt lässt sich die Klappe jetzt öffnen und
schließen. ( Funktionsfähige Scharniere findet man im Workshop! )
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| Rumpfverstrebungen |
Der Rumpf mit Deckshaus |
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| Rohrflansch |
Feuerlöschrohre |
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| Steuerstand |
Deckshaus von der Steuerbord-Seite |
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| Schanzkleid an Backbord |
Schanzkleid an Steuerbord |
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Inzwischen sind zwei Figuren im
Maßstab 1:20 bei mir eingetroffen ( zumindest stand im Katalog, dass die Figuren in dem Maßstab sind ). Allerdings gibt es doch sehr wenig Leute,
die 1,95m groß sind. Trotzdem ist es eine schöne Sache, wenn man Figuren im passenden Maßstab hat, da man diese dann auf dem
Modell herumlaufen lassen kann. Dabei ist es völlig egal, ob Indianer oder Ritter. Für die Überprüfung der Proportionen ist es
nicht wichtig zu welcher Volksgruppe der Modellmann gehört. Der größte Vorteil ist aber, dass sich auch die Maßangaben vom Plan
überprüfen lassen. Dabei stellte ich nun mit meinem hünenhaften Modellseemann fest, dass die Reling zum Niedergang an der Vorderseite des Aufbaus
genau 7mm zu schmal war. Das bedeutete, dass ich alles wieder abriss und neu machen mußte. Auf beiden Seiten des Steuerhauses gibt es einen
Niedergang zu den Eingängen. An den Geländern dieser Niedergänge gibt es eine Halterung für Rettungringe. Dieses "Gestell" ist auch
aus Messing hartgelötet. Wo ich das Hartlötgerät schon mal an hatte, habe ich auch gleich den Mann-über-Bord-Kran fertiggestellt.
Dieser Kran ( ich würde den eher als Galgen bezeichnen ) befindet sich am Bb-Schornstein. Ein wenig kniffelig war die
Herstellung des Niederganges vom Deckshausdach auf das Achterdeck. Dieser Niedergang geht auf den Innenseite des Stb-Schornstein hinab.
Die Treppenwangen sind aus 0,3mm Messingblech und die obere Kante ist um 90° abgewinkelt. Als Aufnahme für die
Trittbleche der Stufen ist vorn und hinten ein Vierkantprofil einglötet. Die Treppenstufen bestehen aus einem Spritzschutz für die Bratpfanne.
Das Riffelblech hält allein durch die Biegung um die Vierkantprofile. Die Windentrommeln für die Bugwinde lagen schon einige
Monate bei mir auf der Werkbank. Es wurde Zeit mit der Winde zu beginnen. Der eigentliche Windenkörper besteht aus dem "Getriebekasten"
und zwei Lagern. Eines ist außen und grenzt die Bb-Windentrommel zur Kettennuß ab. Das andere Lager ist zwischen den beiden Trommeln.
In diese Lager habe ich Löcher gebohrt und Kugellager eingesetzt. In diesen Lagern läuft jetzt die Windenachse.
Auf allen Windentrommel befindet sich ein Bremsband. Dieses Band besteht aus Messingblech und Platinenmaterial. Ich habe mir bei
Wilms Metallmarkt entsprechende Blechstreifen zuschneiden lassen. Diese Streifen habe ich in Stücke geschnitten und mit Scharnieren aus Platinenmaterial wieder verbunden.
Außerdem mußte an das Band noch ein "Bremshebel" angelötet werden. Nachdem ich nun das Bremsband auf die Trommel geschoben hatte, konnte ich die Funktion
testen. Diese Bremse funktioniert auch im Modell sehr gut. Da die Ahti drei Windentrommeln ( zwei an der Bugwinde und eine
Trommel an der Heckwinde) hat mußte ich auch drei Bremsen bauen. Die Bugwinde hat zum Schutz vor Gischt im Winter eine Persenning.
Diese Persenning verhindert ein Einfrieren der Winde durch die Gischt. Das Gestell über die die Persenning gespannt wird besteht bei meiner Ahti aus 2mm Messingrohr und wurde zusammengelötet und an
der Winde mit kleinen Schrauben festgeschraubt.
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| Niedergang vom Bootsdeck zum Achterdeck |
Rettungsringhalterung an Backbord |
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| Abluftschacht |
Bugpoller |
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Der Kran auf der AHTI ist schon etwas ganz besonderes. Es handelt sich hierbei um einen Knickarmkran. In der Staustellung
befindet sich der Kran zusammengeklappt auf der Steuerbord-Seite gleich zwischen der Heckwinde und dem Niedergang zum Achterdeck.
Der Kran hat im oberen Kranteil sechs Auszüge. Auch diese Auszüge sind alle komplett aus Messingblech hergestellt.
Die Druckzylinder sind aus Messingrohr und wurden an den Kopfteilen der Auszüge festgelötet. Die Druckleitungen bestehen aus dünnem
Messingdraht. Das Fundament des Krans ist ein Stück Messingblech zu einem Rohr gebogen. Das untere Kranteil befindet sich auf einer
Platte aus Platinenmaterial, die mit 36 kleinen Schrauben mit dem Fundament verschraubt ist. An dem Fundament befindet sich auch zusätzlich noch
die Aufnahme für den Schlepphaken. Der Kran ist zwar in allen Gelenken beweglich wird aber nicht fernsteuerbar ausgeführt. Das Gewicht des
oberen Auslegers allein beträgt ca. 800g. D.h. diese Gewichte lassen sich nur mittels eine Ölhydraulik bewegen. Die Preise für solch eine
Einrichtung sprengen aber bei weitem mein Budget.
Mittschiffs neben dem Kran ist eine Auftrommelhilfe für den Schleppdraht. Auch das Grundgerüst dieses Teils ist aus 1,5mm Platinenmaterial.
Die Stangen auf denen der Schlitten hin und her läuft sind aus Edelstahl, um ein Rosten zu verhindern. Der Schlitten besteht auch aus Platinenmaterial und
einer Sammlung von Messingrohren verschiedener Durchmesser.
In der Zwischenzeit habe ich begonnen die Lüfter hinter dem Schanzkleid herzustellen. Hier habe ich nicht das gewohnte Material
verwendet. Die Boxen auf den Lüftern sind aus kleinen Stücken Polystyrol und die Klappen an den Boxen sind aus sehr dünnem Alublech. Die Halterungen für die
Rettungsringe bestehen allerdings dafür wieder aus Messingdraht und Messingblech und wurden direkt an die Schanzkleidstützen angelötet.
Inzwischen habe ich nach einem Baustopp von ungefähr einem Jahr wieder Zeit gefunden etwas an der Ahti zu machen. Bei der Vormontage
des Kranfundamentes ist mir aufgefallen, dass ich nicht wie geplant die schon vorhandene Devcksöffnung nutzen kann. Das führte dazu, dass
ich in die Öffnung rundherum einen Streifen Platinenmaterial engeklebt habe. Nun wird die Decksöffnung auf dem Achterdeck so weit verkleinert,
dass ich das Kranfundament fest am Oberdeck festlöten kann. Nun musste ich mich endlich um den "Maschinenraum" kümmern. Die Antriebe für
die Lenkung liegen nun schon fast 1,5 Jahre bei mir im Schrank und warten auf den Einbau. Etwas schwierig war hierbei der Einbau, denn
der Winkel musste die gleiche Größe haben, wie der Winkel der Antriebsgondeln. Auch darf der Antrieb nicht verkantet werden, da der Zahnriemen beim Lenken
sonst von der Scheibe rutscht. Nach ca. 2 Stunden war dann auch diese Arbeit erledigt. Als nächstes sind nun die Motoren dran. Im Anschluß kann ich
endlich den Antrieb im Wasser testen. ......jetzt fehlt nur noch das passende Wetter!!!
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| Kran zusammengeklappt |
Kran an Deck der Ahti |
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