-   Uranus und Orcus

Die Reederei Harms Bergung Transport & Heavylift GmbH & Co. KG (Harms) hat ihre Flotte weiter erweitert. Bis zum August 2005 waren je zwei Schlepper mit 200t Pfahlzug und 220t Pfahlzug bestellt worden. Am 03.06.2006 veröffentlichte Radio Bremen auf seiner Website die Bestellung von zwei weiteren Schleppern. Da die Ölexplorationen in immer tiefere Meeresbereiche verlagert werden, werden die zugehörigen Anker, Ankerketten und Drähte immer schwerer. Dafür werden Schlepper mit immer größeren Pfahlzügen und Windenzugkräften benötigt. Daher sollten die neubestellten Schlepper einen Pfahlzug von mindestens 280t erreichen. Die Auslieferung war für das Jahr 2008 vorgesehen. Sie sind zusätzlich für besonders großen Aktionsradius und wirtschaftlichen Betrieb ausgelegt. Die Schlepper haben folgende Namen erhalten:

URANUS und ORCUS

-   Projektphase

Eigner der beiden Schlepper sind wieder zwei Ein-Schiff Fond-Gesellschaften. Gemanagt und bereedert werden sie von Harms, sie sind jedoch nicht an Harms verchartert. Mit der Gesamtabwicklung des Projektes, d.h. Design, Planung, Einkauf der Komponenten und Bau der Schlepper wurde das Konsortium aus MAN-Ferrostaal in Essen und der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven für insgesamt ca. 88,3Mio. Euro beauftragt. In diesem Konsortium übernimmt MAN-Ferrostaal AG im Rahmen des Projektmanagements die Materialbeschaffung incl. Entwurf und Konstruktion, die Überwachung der Zulieferungen und die Koordination in der Bauphase, die Mützelfeldtwerft den Bau der Schlepper. Die bei den sieben bisher abgelieferten Schleppern mit den gedrungenen Aufbauten erreichte Corporate Identity geht bei ORCUS und URANUS durch ein kürzeres Backdeck und zwei zusätzliche Decks in den Aufbauten verloren. Entwurf und Konstruktion wurde wieder an die Hitzler-Werft in Lauenburg vergeben. Der Rumpf wurde völlig neu entwickelt und in Modellversuchen an der Schiffbau-Versuchsanstalt Potsdam getestet und optimiert. Die Kiellegung von URANUS fand im Herbst 2007 auf der Werft in Cuxhaven statt. Ab dem 22. April 2008 hob der Bugsier-Schwimmkran ENAK die vier auf dem Kai vorgefertigten Rumpfsektionen zum Verschweißen ins Schwimmdock der Mützelfeldtwerft. URANUS kam am 31.08.2008 erstmals mit ihrem Element in Berührung. Die Werftprobefahrten fanden zwischen Mitte August und Ende September 2009 statt. Der lange Zeitraum ergab sich aus Problemen, die Wärtsilä seit der Inbetriebnahme-Phase im Antriebsstrang hatte. Deswegen wurde Uranus auch im Juli 2009 für einige Tage nach Hamburg geschleppt und bei Blohm & Voss eingedockt. Das Dock der Mützelfeldtwerft war zu dem Zeitpunkt mit ORCUS belegt. Die Pfahlzugtests fanden dann am 07.10.2009 in Stavanger statt. Taufe und Übergabe waren am 21.11. und 10.12.2009 in Cuxhaven. URANUS konnte wegen Stabilitätsproblemen nicht wie geplant mit einem A-Bock ausgerüstet werden. Die ersten Rumpfsektionen von ORCUS sind am 9. und 10.03.2009 wiederum von ENAK ins Schwimmdock der Werft gehoben worden. Im Winter 2009/2010 ist der bereits fertige Rumpf von ORCUS um 2 x 1,20m verbreitert worden, um die Stabilitätsprobleme zu lösen. Die Werfterprobung fand im Mai 2010 statt. Anschließend fand Ende Mai der Pfahlzugtest in Stavanger statt. Nach Rückkehr nach Cuxhaven wurde am 8. Juni von ENAK der A-Bock aufgesetzt. ORCUS wurde am 9.07.2010 getauft und soll im August 2010 übergeben werden. URANUS ist am 26.07.2010 bei der Mützelfeldtwerft eingetroffen, um ebenfalls verbreitert zu werden. Ein A-Bock kann zu einem späteren Zeitpunkt aufgesetzt werden. Die Fertigstellung soll jetzt im Juni 2010 erfolgen. Die großen Bauverzögerungen ergaben sich bei beiden Schleppern unter anderem daraus, dass die PRIMUS Nachbauten PEGASUS und CENTAURUS vorgezogen wurden.


-   Beschreibung

Allgemein: Die AHT URANUS und AHT ORCUS sind zwei konventionelle Hochseeschlepper /AHT mit zwei Propellern in feststehenden HR-Düsen von Lips-Wärtsilä. Hinter jeder Düse ist ein TIMON Flossenruder mit offener Anlenkung der Firma van der Velden Barkemeyer eingebaut. Die beiden Ruder werden von Rolls-Royce Rudermaschinen angetrieben und können unabhängig voneinander gestellt werden. Die Schlepper sind gemäß Eisklasse E des Germanischen Lloyd verstärkt. Sie sind damit für Treibeis und Küstengebieten ausgelegt. Der Rumpf hat einen Spantabstand von 600mm und ist mit Blechen von 12 bis 16mm Dicke beplankt. Angetrieben werden die beiden Schlepper von vier MaK Dieselmotoren. Auf jede Schraube wirken zwei Motoren vom Typ 9M32 mit je 4.500kW (6.120PSe) bei jeweils 600U/min. Die bei den 220t Schleppern installierte sogenannte Vater + Sohn Konfiguration war bei den erforderlichen 9.000kW je Schraube mit den zur Verfügung stehenden Motoren nicht möglich. Aber auch so ist ein wirtschaftlicherer Betrieb im Teillastbereich möglich, da ein 4.500kW Motor bei Volllast weniger verbraucht als ein Typ 9M43 mit 9.000kW bei 4.500kW. Die Motoren können mit Schweröl (HFO = heavy fuel oil) betrieben werden, was gegenüber Marinediesel (MFO) je Tonne Treibstoff eine Ersparnis von ca. 140US$/t (Februar 2010) ermöglicht, bei allerdings durch die erforderliche HFO-Vorwärmung höheren Investitionskosten. Im Juli 2008 betrug die Einsparung bis zu 400US$/t. Die Firma Wärtsilä lieferte die beiden Getriebe vom Typ TCH270-S58 mit einer Übersetzung von 1:4,918, sodass die Propeller mit 122U/min betrieben werden. Die Motoren sind über Kupplungen mit den Getrieben verbunden. Je Getriebe gibt es einen Nebenabtrieb für einen Wellengenerator mit einer Leistung von 2.000kW, der ebenfalls über eine Kupplung verfügt. Die Wellengeneratoren wurden auch von Zeppelin Power Systems geliefert, dem deutschen Exklusivhändler für Caterpillar und MaK Produkte. Die 4-Blatt-Verstellpropeller vom Typ 4D1300 haben einen Nabendurchmesser von 1,30m und einen Gesamtdurchmesser von 5,00m. Sie kommen von Wärtsilä (vormals Lips). URANUS erreichte auf der Probefahrt eine maximale Geschwindigkeit von 17kn, mit nur zwei Maschinen bei 80 % MCR kann eine ökonomische Geschwindigkeit von ca. 12kn erreicht werden. Der maximale Dauerpfahlzug beträgt 285t und bei 110% Dauermaschinenleistung (MCR) wurden 301t gemessen. Mit nur zwei Motoren erreichte URANUS 176t. Als Folgerung aus der Kenterung der BOURBON DOLPHIN in 2007 wird eine weitere Pfahlzugmessung gefordert. Sie findet im sogenannten DP- Modus statt. Dabei laufen die Wellengeneratoren zur Versorgung der Querstrahlruder mit, so dass 4.000 kW weniger für den Vortrieb zur Verfügung stehen. URANUS erreichte in diesem Modus 230t Pfahlzug. ORCUS erreichte einen Dauerpfahlzug bei 100% MCR von 297 t und einen maximalen Pfahlzug bei 110% MCR von 306 t. Die Bunkerkapazitäten betragen: 172m3 Marine Gasöl (MGO), 3.420m3 Schweröl, 83m3 Trinkwasser und 316m3 Ballastwasser. Zwei Bugstrahl- und ein Heckstrahlruder erlauben zusammen mit dem Zwei-Schrauben-Antrieb mit unabhängig verstellbaren Rudern ein dynamisches Positionierungssystem nach DP2 Standard. Die drei Querstrahlanlagen jedes Schleppers sind von Schottel geliefert worden. Das Heckstrahlruder ist vom Typ STT1 CP, ist elektrisch angetrieben und mit einem Verstellpropeller von 1,29m Durchmesser ausgerüstet. Die Antriebsleistung beträgt 400kW. Die beiden Bugstrahlruder sind vom Typ STT4 CP mit Verstellpropellern von 1,99m Durchmesser und je 1.200kW Antriebsleistung. Die beiden Schlepper sind mit einer Feuerlöschanlage nach FiFi1 Standard ausgerüstet. Die Kumera-Feuerlöschpumpen sind an das Frontende der beiden äußeren 9M32-Hauptmaschinen gekuppelt. Sie leisten je 1.400m3/Std bei 14bar Druck und versorgen zwei Löschmonitore mit je 1.200m3/Std sowie die Selbstschutzanlage. Das System stammt von Fire Fighting Systems aus Norwegen. Die Selbstschutzanlage ist, wo möglich, in den Handläufen von Schanzkleid und Reling installiert.


Verbreiterung:

Beidseitig wurden 1,20m breite Luftkästen auf die vorhandenen Bordwände aufgesetzt. Sie beginnen ca. 14m hinter den Bug und enden ca. 12m vor dem Heck. Die Oberkante liegt jeweils auf Höhe der freien Decks, z.B. Hauptdeck, Zwischendeck und Backdeck. Die Unterkante liegt ca. 3,50m oberhalb des Kiels, um die Seekästen frei zu halten. Es waren zusätzlich Anpassungen im Detail erforderlich, wie z.B. an den Bullaugen, den Rettungsinseln und der Davit des Rettungsbootes.


Tanktop Deck:

Vom Bug zum Heck sind auf dem Tank-Doppelboden untergebracht: die Bugstrahlruder, ein Raum mit Kläranlage und der Generatorraum mit zwei Caterpillar Generatorsets vom Typ 3412 mit je 625kVA/500kW Leistung sowie der HFO-Vorwärmung. In diesem Bereich sind seitlich der Räume Treibstofftanks untergebracht. Dahinter liegt der Maschinenraum mit den Kettenkästen für Riganker, den vier Hauptmotoren, den Getrieben mit Wellengeneratoren und den Feuerlöschpumpen. Ganz achtern befindet sich der Heckstrahlruderraum, der in Tanks eingebettet und vom nächsthöheren Deck aus erreichbar ist.


Plattformdeck:

Das Plattformdeck hat im Bereich des Maschinenraums zwei große Öffnungen für die Hauptmaschinen. Achtern, im Anschluss daran, befindet sich jeweils an Steuerbord und Backbord ein Werkstattraum. Dann folgen Treibstofftanks. Ganz im Heck befinden sich die beiden Ruderanlagenräume und dazwischen der Raum für die Hydraulik der Karm Forks und Schlepppfosten. Der Zugang erfolgt über einen Mittelgang innerhalb der Treibstofftanks. Von diesem Gang gibt es einen Abstieg zum Heckstrahlruderraum. Vor den Hauptmaschinen sind die Abgasrohre mit ihren Schalldämpfern angeordnet. Davor ist die Speicherwinde für den von den Klassifizierungsgesellschaften vorgeschriebenen Reservedraht aufgestellt. Sie stammt von Hatlapa und fasst 83mm x 1.600m Schleppdraht. Auch in diesem Bereich sind zwischen Räumen und Bordwand bis hin zum Bug Treibstofftanks eingebaut. Vor dem Maschinenraum befindet sich der zugehörige Steuerstand. Von diesem Raum gibt es einen Zugang zum Bugstrahlruderraum.


Hauptdeck:

Das Deck teilt sich in das offene Arbeits-/Achterdeck und den Aufbaubereich. Auf dem Achterdeck steht flankiert von Aufbauteilen und Schanzkleid die elektrisch angetriebene Wasserfall-Schleppwinde der Firma Hatlapa vom Typ SWI 5000/6000. Sie ist mit drei Trommeln ausgerüstet. Die Winde besteht aus fünf Hauptbaugruppen. Die Aufspulvorrichtung ist wegen der hohen Kräfte als gesonderter Rahmen hinter die Winde gesetzt. Sie ist vom Eigner manuell gesteuert geordert worden, nicht Computer gesteuert. Die nächsten beiden Baugruppen sind die unteren zwei Trommeln für Ankerarbeiten mit einer Kapazität von je 83mm x 2.000m Draht. Deren Haltekraft beträgt 600t, die maximalen Zugkräfte 500t/ 250t bei 3,5/ 7m/min. Die obere Trommel ist in einer weiteren Baugruppe untergebracht. Sie trägt den Hauptschleppdraht und hat ebenfalls eine Kapazität von 83mm x 2.000m. Sie hat eine Zugkraft von 250t/ 125t bei 7,5/ 15m/min in der ersten (untersten) Lage sowie eine Haltekraft 400t. Zwischen oberer und unterer Trommel ist die Antriebsgruppe mit beidseitig je zwei Elektromotoren montiert. In ihrer Hauptachse sind im Stand schaltbare Klauenkupplungen eingebaut, die es ermöglichen, beliebige zwei der drei Trommeln unabhängig voneinander mit gleichen Geschwindigkeiten aber halben Kräften zu betreiben. Die Geschwindigkeit der Winde ist durch die Frequenzsteuerung der Asynchronmotoren stufenlos regelbar. Maximal werden ca. 30m/min bei geringeren Zugkräften erreicht. Anstelle von Spillköpfen hat die Winde auf der Welle der unteren Trommeln je Seite eine Kettennuss für Ketten mit 76mm (3“) Durchmesser, die es ermöglichen, die Ketten von Rig-Ankern vom Arbeitsdeck in auf dem Tanktopdeck eingebaute Kettenkästen zu befördern. Alle Trommeln können auch unter Last ausgekuppelt werden. Die dafür vorgesehenen Lamellenkupplungen sind im Rahmen zwischen Elektromotoren und Getriebe angeordnet. Eine zugehörige, voreingestellte Bremskraft verhindert das beim freien Ausrauschen befürchtete Verheddern. Die Kettennüsse sitzen starr auf der Trommelachse. Eine Notauslösung ist jedoch über eine entsprechende Motorschaltung möglich. Der Arbeitsbereich des Achterdecks von 315m2 wird beidseitig von einer Ladereling begrenzt. In ihrem Schutz ist nahe der Schleppwinde an Backbord und Steuerbord je eine elektrische Beistopperwinde von Hatlapa mit 10t Zugkraft bei 15m/min montiert. Direkt hinter der Schleppwinde ist ein großes, hohes Kruzifix mit teilweise verkleideten Feldern montiert, das auch den Bereich der höher montierten Speicherwinden abdeckt. Knapp vor den Beistopperwinden sind beidseitig massive Stützen für die zwei Krane eingebaut. Die vordere Hälfte des Arbeitsdecks ist mit Holzbohlen belegt. Zwischen Ladereling und Schanzkleid sind die übliche Decksausrüstung (Poller etc.) sowie ca. 11,50m vom Heck je ein vertikales, hydraulisch angetriebenes Spill von Hatlapa mit 5t Zugkraft untergebracht. Etwa 2,50m weiter Richtung Bug ist vor der Backbordladereling ein Knickarmkran der Firma Palfinger Marine vom Typ PK65002 MD montiert. Zum Arbeitsbereich ist er durch eine weitere Ladereling geschützt. Die obere Hälfte kann notfalls demontiert werden. Der Kran hat eine SWL von 2,8t bei 14m Ausladung. Diese SWL verringert sich auf 1,4t bei eine signifikanten Wellenhöhe Hs von 2,0m. Dabei ist Hs das arithmetische Mittel der Wellenhöhen von demjenigen Drittel der Wellen, die innerhalb des Beobachtungszeitraums die größten Wellenhöhen haben. An Steuerbord sind zwischen Schanzkleid und Ladereling Ersatzanker, J-Haken und Grapnel montiert. Für Ankerarbeiten ist eine ca. 5,00m breite, dreigeteilte Heckrolle mit ca. 2,00m Durchmesser und einer zulässigen Last (SWL) von 500t eingebaut. Davor sind für jede der zwei Ankerarbeitstrommeln je eine Karm Fork mit 650t SWL und zwei Schlepppfosten mit 300t SWL montiert. ORCUS ist nach der Verbreiterung direkt mit einem A-Bock ausgerüstet worden, der ein eigenes externes hydraulisches Antriebspacket hat. Der A-Bock hat eine Reichweite von 13m über Deck sowie 9m hinter dem Heck bei einer SWL von 180t. Die Hydraulikstation stammt von Rexroth und ist in einem Container untergebracht, der Backbord achtern auf Stützen zwischen der Ladereling und dem Schanzkleid montiert ist. URANUS wird vorerst nur verbreitert. Der Schlepper kann dann später mit einem A-Bock nachgerüstet werden. Die Schlepper können mit einem A-Bock ausgerüstet werden, der ein eigenes externes hydraulisches Antriebspacket hat. Der A-Bock hat eine Reichweite von 13m über Deck sowie 9m hinter dem Heck bei einer SWL von 200 bzw. 250t. Uranus wird vorerst nicht mit dem A-Bock ausgerüstet. Im Aufbaubereich sind seitlich der Schleppwinde an Backbord die Bergungs- und Schlepplast, eine Farbenlast und ein Müllraum, an Steuerbord die Feuerbekämpfungslast und das Notstromaggregat von Caterpillar vom Typ C9 mit 208kVA/167kW angeordnet. Im Bugbereich befinden sich Lagerräume. Dahinter sind bis hin zur Schleppwinde Kühlräume, Kombüse, Crew-Messe, Gästemesse, Umkleideraum, Krankenrevier und die Einzelkabine des Kochs untergebracht.


Zwischendeck:

Auf der Steuerbordseite ist ein schnelles Rettungsboot/ Arbeitsboot des Typs FRB600-IB mit der zugehörigen Davit DFR 600S II / MOR angeordnet. Beide stammen von der Bootswerft Ernst Hatecke. Das Boot ist mit einem innenliegenden 130PS Dieselmotor und Vosper Wasserjetantrieb ausgestattet. Der Unterkunftsbereich liegt innerhalb des Rumpfes und ist als Gästebereich vorgesehen. Es sind vier Zweibettkabinen und acht Zweibettkabinen mit zwei Zusatzbetten vorhanden. Im Kern sind Lagerräume, die Wäscherei und Nasszellen, im Bug das Kabelgatt untergebracht.


Backdeck:

Auf der Back stehen zwei Hatlapa Ankerwinden, ausgerüstet mit jeweils Kettennuss, Verholtrommel und Spillkopf und davor die beiden zugehörigen Kettenstopper. Die Winden sind verstärkt ausgelegt, so dass in bis zu 160m Wassertiefe geankert werden könnte. Es sind drei „High Holding Power“ Anker (Reserveanker auf dem Achterdeck) vom Typ AC-14 mit einem Mindestgewicht von 2.250kg vorhanden. Zwei der Anker sind an 275m Kette mit 42mm Durchmesser der Festigkeitsklasse k3 angeschlagen. Es ist ein 200t Smit-Bracket zur schnellen Befestigung einer Schleppverbindung hinter der Panamaklüse vorgesehen. Im Aufbau sind die Unterkünfte für Gäste und die Klimaanlage untergebracht. Im Einzelnen sind dies eine Rezeption, ein Tagesraum, sieben Zweibetträume (drei davon für die Besatzung), ein Lagerraum und die zugehörigen separaten Sanitäranlagen. Hinter dem Aufbau sind zwei Speicherwinden mit einer Kapazität von je 2.000m Synthetikseil von 203mm Durchmesser oberhalb der Schleppwinde auf einem um ca. 1,20m angehobenen Decksbereich montiert. Die Winden sind ebenfalls mit einer manuellen Aufspulvorrichtung ausgestattet. Seitlich neben dem Kruzifix sind auf Höhe dieser Plattform an Backbord- und Steuerbordseite je ein hydraulischer, frei drehbarer Teleskopkran vom Typ Palfinger Marine PTM 850 auf den vorhandenen Stützen montiert. Die SWL beträgt 5,2t bei 14m Ausladung und verringert sich bei einer signifikanten Wellenhöhe Hs von 2,00m auf 2,4t.


Wohndeck 1:

Hier sind fünf 1-Bettkabinen mit eigenem Sanitärbereich für Offiziere, zwei 2-Bettkabinen, ein externer Sanitärbereich, ein Büro, und zwei Lagerräume untergebracht. Neben den äußeren Treppenaufgängen sind an der Reling je Seite drei selbstaufrichtende Zodiac ZMEC 37 TOSR Rettungsinseln für je 37 Personen auf Abwurfgestellen montiert.


Wohndeck 2:

An der Vorderfront sind die Räumlichkeiten für Kapitän und 1.Ingenieur mit jeweils Wohn-, Schlafraum und Sanitärbereich untergebracht. Außerdem gibt es eine 2-Bettkabine mit Sanitärbereich und Lagerräume. Eine 1-Bettkabine für einen Schleppinspektor mit Sanitärbereich und ein Tagesraum haben Fenster nach achtern.


Brückendeck:

Den größten Raum nimmt das Steuerhaus ein. Es ist vollständig von einem Gang umgeben. Die Raumaufteilung entspricht im Großen und Ganzen der von JANUS und URSUS. Der Hauptfahrstand nimmt etwa 60% der Vorderfrontbreite ein und ist gegenüber der Frontwand zurückgesetzt. In beiden Brückennocks ist außen ein separater kleiner Fahrstand eingebaut. Zwischen den Fahrständen ist jeweils eine Sitzbank angeordnet. Der hintere Teil der Brücke ist schmaler und zwischen die Schornsteine eingepasst. Hier ist ein zusätzlicher Fahrstand mit Blick auf das Arbeitsdeck angeordnet. Der achtere Fahrstand ist dreigeteilt mit zwei Arbeitssesseln. An Steuerbord ist der Schiffsfahrstand, an Backbord der Windenfahrstand aufgestellt. Unter anderem Schleppwinde und Backdeck können über Kameras überwacht werden. Zwischen vorderem und hinterem Fahrstand sind auf der Backbordseite die Kommunikationskonsole und eine Sitzbank eingebaut. Innen neben der Sitzbank befindet sich der Niedergang und an dessen Steuerbordseite ein Tisch und zwei Sitzbänke. Auf der Steuerbordseite befinden sich der Kartentisch mit Navtex, Echolot und DGPS. Eine Teeküche stößt gegen den Kartentisch. Die Navigations- und Kommunikationsausrüstung ist auf dem neuesten Stand der Technik. Unter anderem sind vorhanden: zwei ARPA-Radargeräte mit ECDIS Funktion (elektronische Kartensysteme), Differential GPS (DGPS) sowie Magnetkompass, drei Kreiselkompasse, Echolot, Geschwindigkeits- und Windmesser. Die Kommunikationseinrichtungen entsprechen dem „Weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem“, und sind innerhalb 70° nördlicher und südlicher Breite nutzbar (GMDSS A3).Die Ausrüstung enthält neben NavTex-Funkfernschreibsystem auch MW-, KW-, und UKW-Funkausrüstungen für Sprechfunk- und Digitalen Selektivruf (DSC)-Betrieb, Inmarsat C und F Satellitentelefon mit Fax und E-Mail, Iridium Satellitentelefon sowie Radarantwortbake (SART) und Seenotfunkbake (EPIRB). Das Iridium System deckt auch die Polarbereiche ab. Die Ausrüstung stammt weitgehend von SAM Electronics, einer Tochterfirma von L3 Communications Corporation. Zusätzlich ist ein dynamisches Positionierungssystem der Firma L3 Dynamic Positioning & Control Systems, ehemals Nautronix, nach DP2-Standard installiert.


Peildeck:

Hier sind der Magnetkompass und drei vom Steuerhaus fernbedienbare Suchscheinwerfer der Firma Ibak aufgestellt.


Radarplattform:

Sie überbrückt das Peildeck und verbindet die beiden Abgaspfosten. Sie trägt den Mast, eine Radarantenne und die beiden 1.200m3/h Feuerlöschmonitore. Eine weitere Radarantenne befindet sich im Mast.


Besatzung:

Die Schlepper fahren mit einer Crew von 15 Personen. Insgesamt sind Unterkünfte für 59 Personen für den Fall vorhanden, dass Personal des Auftraggebers mitfährt. Die Aufbauten sind voll klimatisiert.


-   Hauptabmessungen und Leistungen

Länge ü.A.: 74,30m (incl. 30cm Fender)
Länge zw. Loten: 66,65m
Breite auf Spant: 18,50m; 20,90m nach Verbreiterung
Entwurfstiefgang: 07,60m
Maximaler Tiefgang: 08,00m; 8,20m nach Verbreiterung
Seitenhöhe zum Hauptdeck: 09,50m
Hauptmaschine: 4x Mak 9M32
Leistung Hauptmaschine: 4x 4.500kW (4x 6.120PSe) bei 600U/min
Dauer-Pfahlzug: 285t URANUS, 297t ORCUS
max. Geschwindigkeit: 17kn
Vermessung: 3.552BRZ; 3.732BRZ nach Verbreiterung; 1.118 NRZ

Quellen:



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Uranus Uranus
Uranus, Rumpfsectionen 20.04.2008 Uranus, Rumpf im Dock 8.06.2008
Uranus Uranus
Uranus, Bug und Aufbau 8.06.2008 Uranus, Aufbaumontage 19.06.2008
Uranus Uranus
Uranus und Orcus 1.06.2009 Uranus und Orcus 6.06.2009
Uranus Uranus
Uranus einlaufend Rotterdam 14.01.2010 Uranus in Rotterdam 14.01.2010
Uranus - Orcus Uranus - Orcus
Orcus bei der Mützelfeldtwerft, 10.07.2010 Orcus vor Cuxhaven, 20.07.2010
Uranus Uranus
Uranus in Rotterdam 14.01.2010 Uranus in Rotterdam 14.01.2010
Uranus Uranus
Backbordseite des Aufbaus Steuerbordseite des Aufbaus
Uranus Uranus
Bugansicht des Aufbaus Heckansicht des Aufbaus
Uranus Uranus
Bugansicht des Mastes Heckansicht des Mastes
Uranus Uranus
Schnelles Rettungsboot Kruzifix
Uranus Uranus
Schleppwinde untere Trommel Schleppwinde, obere Trommel für Orcus
Uranus Uranus
Schleppwinde, zwei untere Trommeln für Orcus Schleppwinde, Antriebsgruppe für Orcus
Uranus Uranus
Schleppwinde, Spulvorrichtung für Orcus Achterdeck
Uranus Uranus
Ersatzanker, J-Haken, Grapnel Kran auf Achterdeck
Uranus Uranus
Achterdeckskran für Orcus Teleskopkran
Uranus Uranus
Speicherwinde Beistopperwinde
Uranus Uranus
Back Ankerwinde
Uranus Uranus
Vorderer Hauptfahrstand Vorderer Hauptfahrstand
Uranus Uranus
Fahrstand in Backbordnock Hinterer Fahrstand
Uranus Uranus
Hinterer Windenfahrstand und Kommunikationskonsole Wohnraum des Kapitäns
Uranus Uranus
Messe Kombüse
Uranus Uranus
Maschinensteuerraum Rolls Royce Rudermaschine
Uranus Uranus
Hauptmotoren Hauptmotoren
Uranus Uranus
Getriebe Karmoy Hydraulikanlage
Uranus Uranus
Hatlapa Startluftsystem Feuerlöschpumpe
Uranus Uranus
Generator Notstromaggregat
Uranus - Orcus Uranus - Orcus
Orcus, Bugansicht der Luftkasten Orcus, Heckansicht
Uranus - Orcus Uranus - Orcus
Orcus, A-Bock Orcus, Fußgelenke des A-Bocks
Uranus - Orcus Uranus - Orcus
Orcus, Anlenkung des Hubstempels Orcus, externe Hydraulikstation
Uranus - Orcus Uranus - Orcus
Orcus, Querschnitt Luftkasten Orcus, Unterkante Luftkasten
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