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Über dreißig Jahre hatte es gedauert. Endlich wurde wieder
ein Neubau eines AHT an eine deutsche Reederei abgeliefert. Das dieser 100t Schlepper zudem auf einer deutschen Werft gebaut wurde
machte die Überraschung komplett. Nach umfangreichen Recherchen und mehreren hundert Fotos fiel dann die Entscheidung diesen
Schlepper im Maßstab 1:50 nachzubauen. Die Initialzündung zu diesem Projekt kam von meinem Freund Volker Landwehr, der unermüdlich
in unserem Namen mit der Reederei und der Werft in Kontakt trat. Mit Erfolg, denn nun liegt umfangreiches Planmaterial für den Nachbau vor.
Wie in dem Bericht über die Primus zu lesen ist hat dieser Schlepper bekannte Eltern. Trotzdem sind die Primus
und Tempest/ Typhoon nicht baugleich. Die Änderungen liegen im Detail. Dazu aber im Baubericht mehr.
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Nach umfangreichen Planstudien und
dem Herauskopieren von wichtigen Stellen in ein größeres Format begann ich mit dem Bau der Brücke. Erst nach längerem Studium der
Ansicht fiel mir die Komplexität dieses Bauteils auf. Es sind nicht nur die Fensterflächen an der oberen Kante nach vorn geneigt,
sondern zusätzlich ist das Peildeck nicht in die Kante von Fenstern und oberen Windabweisern eingelegt, sondern wenige Zentimeter
oberhalb eingeschweißt. Wie ermittelt man die Größe eines solchen Decks, wenn man keine Abwicklung hat. Glücklicherweise gab es einige Anhaltspunkte,
z.B. die Fenster nach achtern und die seitlichen Wände mit den Eingangsschotten in die Brücke. Anhand dieser Maße ließen sich alle
weiteren Maße mit etwas Mühe ableiten und auf PS ( Polystyrol ) in der Stärke 0,5mm übertragen. Zum ersten Mal verwendete ich zum Kleben dieses Kunststoffes
Dichlormethan ( DCM ). Achtung: Das ist ein wahres Teufelszeug und nicht wirklich förderlich für die Gesundheit, aber welches unserer
Materialien ist schon gesund???
Der große Vorteil dieses "Klebers" ist, dass die Teile sehr schnell verbunden sind und das sich hinterher kein Film bildet, den man vom Cyanacrylatkleber
kennt. Allerdings muss man berücksichtigen, dass sich das Material leicht verformt. Wer das verhindern will sollte dünne Platten von hinten
verstärken. Diese Verstärkungsleisten haben aber auch einen sehr großen Vorteil. Da sich das Material durch die Behandlung mit
DCM verformt hat man hinterher den Eindruck Plattenstöße vom Schweißen und die Verformung der Stahlplatten zu erkennen. Der Effekt ist
wirklich super.
Der Rumpf sollte dieses Mal anders als sonst hergestellt werden. Bisher habe ich eine Form hergestellt und davon einen Abzug gemacht.
Beim Entformen wurde die Form dann meist zerstört. Da Volker mich gebeten hatte auch für ihn einen Rumpf herzustellen, wurde der Rumpf
in Positiv-Negativ-Positiv-Bauweise hergestellt. Jetzt habe ich eine Negativform mit der ich noch einige Rümpfe mehr herstellen kann.
( Hinweis: Es kommen demnächst zwei Nachfolgebauten nach dem Primusdesign für Harms Bergung in Fahrt: Pegasus und Centaurus! Für interessierte Modellbauer ist der Rumpf und eine
CD mit den Detailfotos der Primus bei mir erhältlich! )
Parallel zum Bau des Rumpfes habe ich nach Fertigstellung
der Brücke den Aufbau begonnen. Auch hier kamen PS-Platten zum Einsatz, allerdings in der Stärke 1mm. Ich schnitt die Bauteile passend
aus und versah sie mit den Öffnungen für Fenster und Schotten. Danach klebte ich alles zusammen. Schon in diesem frühen Stadium
wollte ich sehen, wie der Aufbau später wirkt. Ich montierte anschließend die Handläufe, Reling und Antennen. Nachdem auch beide Schornsteine
fertiggestellt waren kam noch die Reling auf der Radarplattform dazu. Der Nachteil an meiner Vorgehensweise ist, dass ich für
die Lackierung einen großen Teil der Anbauteile wieder entfernen muss. Alles abzukleben ist einfach nicht möglich.
Viel Kopfzerbrechen machte mir die Selbstschutzanlage. Die Rohre mit den Düsen befinden sich vom Arbeitdeck bis hinauf zur Radarplattform.
Die Rohre entstanden aus PS-Rundmaterial mit einer Seele aus Metalldraht. Somit war das passgenaue Biegen ein Kinderspiel und durch den
Mantel aus PS ließen sich die Rohre an den Befestigungspunkten und Rohrflanschen leicht ankleben. Die Rohre der Scheibenwaschanlage sind aus
0,5mm Messingdraht.
Für die Reling verwendete ich Ätzteile. Meine Pawlina ist in demselben Maßstab. Dort habe ich die Stützen noch selbst hergestellt und
die Löcher für die Durchzüge gebohrt. Bei den wenigen Stützen war das kein sehr großer Aufwand. Bei der Primus sieht das schon anders
aus. Es gibt so viele Stützen an Bord, dass ich mich für den Kauf entschieden habe. Dasselbe gilt für die Leitern.
Nachdem der Rohbau des Aufbaus so weit vorgeschritten war, kümmerte ich mich um die Schleppwinde auf dem Achterdeck. Das
riesige "Monster" stammt aus Uetersen von der Firma Hatlapa. Auf dem Plan des Schiffes und der Einbauzeichnung waren die Details
teilweise sehr gut zu erkennen. Für Unklarheiten hatte ich eine große Anzahl von Fotos. Die Winde besteht auch aus PS-Material verschiedener
Stärken. Auch hier ist der Kleber DCM. Der größte Aufwand war die Herstellung der Bremsbänder und des Lagerschildes der Trommeln auf der Bb-Seite.
Der Getriebekasten hingegen war einfach nur eine Fleißarbeit.
Für Vergrößerungen der Bilder bitte auf die Miniaturen klicken!
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| Frontseite Brücke |
Aufbau im Rohbau |
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| Brücke mit Peildeck |
Brücke und Schornsteine zur Stellprobe |
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| Urform |
Schwimmtest |
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| Bugansicht Rohbau |
Seitenansicht Rohbau |
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| Kortdüsen |
Ruderblätter im Rohbau |
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Nachdem die Winde im großen und ganzen fertiggestellt war, begann ich mit der "Windengarage".
Die Schleppwinde befindet sich in einem nach hinten offenen Bereich innerhalb des Aufbaus. Von hier gibt es Zugänge,
in den Unterkunftsbereich, den Salvagestore und in den Raum mit den Notstrommaggregaten. Spätestens jetzt musste ich entscheiden
wo der Schnitt im abnehmbaren Deckshaus sitzen sollte. Ich entschied mich für die Höhe des Seitendecks. Hier fällt das am wenigsten
auf, denn das Seitendeck ist erheblich breiter, als der sich darauf befindliche Aufbau. In der Windengarage wird dieser
Schnitt durch Leuchtstofflampen und ein Rohr für die Feuerlöschanlage verdeckt.
Um hinterher noch lackieren zu können habe ich die unteren Teile der Windengaragenwände als Segmente gebaut und werde die erst nach der Lackierung
auf dem Oberdeck festkleben. Der Salvagestore an Stb-Seite wird entsprechend ausgebaut. Der Raum ist soweit fertig und die
Regale und das Equipment werden nach Lackierung eingeklebt. Erst dann wird auch dieses Segment auf dem Deck festgeklebt. Hinterher
kann man durch die Tür neben der Winde und durch die Luke im Seitendeck einen Blick in diesen Raum werfen.
Parallel zu diesen Arbeiten entstand der Mast aus diversen Messingrohren- und Drähten und Messingblech. Da der Mast sich
nicht gleichmäßig nach oben verjüngt und dann auch noch auf halber Höhe leicht nach vor gekippt ist, blieb nichts anderes
übrig als den Mast aus zwei Teilen zusammenzulöten. Es bedurfte eine Menge Biege-und Richtarbeiten bis die beiden Mastteile
ohne Kante aneinander passten. Dagegen war das Einlöten der geraden Rückwand und der Rahen eher ein Kinderspiel.
Die Leiter besteht aus geätzten Seitenteilen die mit den Stufen aus 0,5mm Draht verlötet wurden. Auf der Rückseite der Rahen
befinden sich kleine Messingrohre, durch die die sichtbare Verkabelung gezogen wird. Der Mast für die Hecklaterne und das
Schlepplicht entstand durch das verlöten eines Vierkantrohres mit den Rahen und den Plattformen für die Beleuchtung. Eigentlich steht
dieser Mast an Bord der Primus frei. Da er aber an so exponierter Stelle steht ( der Bruch ist hier vorprogrammiert ) habe ich
eine kleine Verbindung zur Reling angelötet. Die Ankerwinde und die beiden Tuggerwinden sind aus PS, die Motoren habe ich als
Kunststoffgussteil gekauft und für meine Zwecke umgebaut.
Der nächste Arbeitschritt war die Ladereling. Die Winde ist zwar nur ein Attrappe, allerdings wird zum Schleppen unter dem Arbeitdeck
eine funktionstüchtige Winde versteckt. Da die Ladereling im Schleppbetrieb einige Last aushalten muss, entschied ich mich für
Messing. Sicher hätte es auch eine Reling aus PS-Rohren getan, aber bei größerem Zug oder Druck würde es sicher einen Schaden geben.
Die Ladereling wurde gleich den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Erst eine ganze Zeit nach der Indienststellung wurde die
Ladereling an Bord verstärkt. Da auch erst nach der Indienststellung der Heckbereich mit der Heckrolle umgebaut wurde und ich
diesen Zustand schöner finde, bekommt meine Primus auch diese Änderungen. |
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| Ankerwindenteile |
Ankerwinden Stellprobe |
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| Schleppwinde - Getriebeseite |
Schleppwinde - Lagerseite |
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| Blick in den Salvagestore |
Stb-Seite Windengarage |
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| Heckmast |
Mast |
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| Aufbau Bb-Seite |
Reling und Antennehalterungen |
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