Allgemein:Die AHT MAGNUS und AHT TAURUS sind zwei konventionelle
Hochseeschlepper /AHT mit zwei Propellern in feststehenden Kortdüsen. Hinter jeder Düse ist ein TIMON Flossenruder mit offener
Anlenkung der Firma van der Velden eingebaut. Der Rumpf hat einen Spantabstand von 600mm und ist mit Blechen von 12 bis 16mm beplankt,
mit örtlichen Verstärkungen bis 30mm. Angetrieben werden die beiden Schlepper von je zwei MAN B&W Dieselmotoren vom Typ 14V32/40.
Die Motoren sind schweröltauglich und haben eine Leistung von 2x 7.000kW (2x 9.520PSe) bei 750U/min. Der Verbrauch der Maschinen
ist vom Hersteller mit 181g/kWh bei 100% Leistung angegeben, d.h. der Tagesverbrauch beträgt ca. 61t. Der weitere Antriebsstrang
stammt ebenfalls aus dem MAN Konzern. Die Getriebe liefert die Renk AG, Verstellpropeller, Wellen und HR-Düsen kommen von Alpha Diesel.
Die Verstellpropeller sind aus der VSB-Reihe und haben einen Durchmesser von 3,80m. Die Schlepper erreichen eine maximale
Geschwindigkeit von 18,5kn. Nachdem der Entwurf in Modelltests bestätigt worden war und Alpha Diesel für den Propeller eine
Garantie von 210t Pfahlzug gegeben hatte, war die Überraschung groß, als MAGNUS beim Pfahlzugtest in Stavanger nicht die vertraglich
geforderten 200t erreichte. Der maximale Dauerpfahlzug betrug 192t und bei 110% Maschinenleistung wurden 196t gemessen. Die Ursachen
für das Verfehlen der 200t Grenze werden bereits in der HSVA untersucht. Auf Basis der Ergebnisse ist eine Nachbesserung vorgesehen.
Die Bunkerkapazität beträgt: 100m3 Diesel, 1.060m3 Schweröl, 54m3 Trinkwasser und 150m3 Ballastwasser.
MAGNUS und TAURUS haben je zwei Bugstrahl- und ein Heckstrahlruder. Erst so ist ein dynamisches Positionierungssystem
möglich. Die drei Anlagen pro Schlepper sind von Schottel geliefert worden. Sie sind vom Typ 330T LK CP, sind elektrisch angetrieben
und mit Verstellpropellern von 1,29m Durchmesser ausgerüstet. Sie leisten jeder 400kW. Die beiden Schlepper sind mit einer
Feuerlöschanlage nach FiFi1 Standard ausgerüstet. Die Kumera-Feuerlöschpumpen sind an das Bugende der Hauptmaschinen gekuppelt.
Sie leisten 1.200m3/Std bei 14bar Druck und versorgen zwei Löschmonitore und die Selbstschutzanlage. Das System
stammt von Fire Fighting Systems aus Norwegen. Die Selbstschutzanlage ist weitgehend in den Handläufen von Schanzkleid und Reling installiert.
Die Propellerwellen treiben jeweils einen Wellengenerator mit einer Leistung von 1.500kVA an. Zusätzlich gibt es zwei MAN
Generatorsets mit je 625kVA Leistung.
Tanktop Deck:
Hier sind u.a. die Hauptmaschinen mit zugehöriger Technik, die Generatorsets und die
drei Querstromruder auf dem Tank-Doppelboden untergebracht.
Plattformdeck:
Innerhalb des Maschinenraumes ist das Deck eine Wartungsebene, außerhalb sind der
Rudermaschinenraum, zwei Werkstätten, der Maschinensteuerraum, die Klimaanlage und eine von Hatlapa gelieferte Speicherwinde
mit einer Kapazität von 1.600m x 76mm Stahldraht angeordnet. Die Speicherwinde trägt den von den Klassifizierungsgesellschaften
vorgeschriebenen Reservedraht.
Hauptdeck:
Das Deck teilt sich in das offene Arbeits-/Achterdeck und den Aufbaubereich. Auf dem
Achterdeck steht die elektrisch angetriebene Hatlapa Wasserfallschleppwinde vom Typ SWI 2000/3000 . Sie hat eine Haltekraft von 320t
und Zugkräfte von 100 / 200t bei 15 / 7,5m/min. Die obere Trommel trägt den Hauptschleppdraht von 1.600m x 76mm und hat eine
Zugkraft von 100t bei 15m/min. Da die obere Trommel eigentlich nur für 1.200m Draht ausgelegt war, müssen Recker und Vorläufer
derzeit in der Bergungslast gefahren werden. Die untere Trommel hat die gleiche Kapazität, trägt aber für die derzeitige Charter
nur 300m x 76mm Arbeitsdraht für Ankerarbeiten, um durch die geringere Anzahl von Lagen auf der Trommel maximale Kräfte aufbringen
zu können. Auf der unteren Trommel betragen die Zugkräfte 100/200t bei bis zu 15/7,5m/min. Die Geschwindigkeit der Winde ist
durch die Frequenzsteuerung der Asynchronmotoren stufenlos regelbar. Maximal werden 31m/min erreicht. Anstelle von Spillköpfen
hat die Winde zwei Kettennüsse, die es ermöglichen, die Ketten von Rig-Ankern vom Arbeitsdeck in auf dem Plattformdeck eingebaute
Kettenkästen zu befördern. Eine Kettennuss ist für Ketten mit 76mm Durchmesser ausgelegt, die Zweite für 127mm Durchmesser.
Um die Winde herum ist eine Stahlrahmenkonstruktion montiert, die es erlaubt, einen Container oder eine weitere Speicherwinde
oberhalb der Winde abzusetzen. Neben der Winde ist an der Aufbauwand ein Ersatzanker angeschlagen. Der Arbeitsbereich des
Achterdecks von ca. 205m2 wird seitlich von Ladereelings begrenzt. In derem Schutz sind nahe der Schleppwinde
jeweils an Backbord und Steuerbord je eine Beistopperwinde von Hatlapa mit 10t Zugkraft bei 15m/min montiert. Direkt hinter der
Schleppwinde ist ein großer Schleppbock aufgestellt. Die bugseitige Hälfte des Arbeitsdecks ist mit Holzbohlen belegt. Zwischen
Ladereling und Schanzkleid ist die übliche Decksausrüstung (Poller etc.) untergebracht. Für Ankerarbeiten ist eine ca 3,00m breite
Heckrolle mit ca. 2,15m Durchmesser und einer zulässigen Last von 300t eingebaut. Davor sind Karmoy Forks und Pins mit gleicher
Belastbarkeit montiert. Im Aufbaubereich sind die Bergungs- und Schlepplast, Kühlräume, Kombüse, Messe, Umkleideraum, Krankenrevier
und drei Mannschaftskabinen (2x Einzel- und 1x Doppelbett) untergebracht.
Zwischendeck:
Am achteren Ende ist auf der Backbordseite ein hydraulischer Palfinger Marine Kran Typ
PK60000MC mit 2,6t zulässiger Last bei 14m Ausladung montiert. Auf der Steuerbordseite ist ein Schnelles Rettungsboot des Typs
FRB600-S mit der zugehörigen Davit DFR 600S II / MOR angeordnet. Beide stammen von der Bootswerft Ernst Hatecke. Das Boot ist
mit einem 60PS Yamaha Außenbordmotor ausgestattet. Im Aufbaubereich sind drei Offiziers-Einzelkabinen, vier Mannschafts-Einzelkabinen,
je eine Mannschaftskabine für zwei und vier Personen, Lagerräume und die Wäscherei untergebracht.
Vordeck:
Zwei Offiziers-Einzelkabinen sowie die Einzelkabinen von Kapitän und Chefingenieur sind im
Aufbau angeordnet. Auf der Back ist eine Hatlapa Ankerwinde mit zwei Kettennüssen und zwei Spillköpfen sowie den beiden
Kettenstoppern aufgestellt. Die NAF-HHP-1440 Anker ist vom Typ "High Holding Power" und muss mindestens 1.440kg wiegen. Der Anker
ist an 550m Kette der Festigkeitsklasse K2 mit 30mm Durchmesser befestigt. Es ist ein Smit-Brackett zur schnellen Befestigung
einer Schleppverbindung vorgesehen.
Brückendeck:
Am achteren Ende des Decks sind an Backbord und Steuerbord je ein Abwurfgestell mit
jeweils drei aufblasbaren 10-Personen-Rettungsinseln angeordnet. Den größten Raum nimmt das Steuerhaus ein. Der Hauptfahrstand
nimmt die volle Breite der Vorderfront ein. Ein zusätzlicher, geteilter Fahrstand ist achtern mit Blick auf Arbeitsdeck und
Schleppwinde angeordnet. Dazwischen sind auf der Backbordseite die Kommunikationskonsole und der Niedergang vorgesehen. Neben
dem Niedergang sind ein Tisch und zwei Sitzbänke angeordnet. Auf der Steuerbordseite bindet sich der Kartentisch. Die Navigations- und Kommunikationsausrüstung
ist auf dem neuesten Stand der Technik. Unter Anderem sind vorhanden: 2x Automatic Radar Plotting Aid (ARPA)-Radargeräte,
zwei Electronic Chart Display and Information System (ECDIS) Systeme (elektronische Kartensysteme)
von SAM Electronics, sowie Magnetkompass, drei Kreiselkompasse, Echolot, Differential GPS (DGPS). Die Kommunikationseinrichtungen entsprechen
dem "Weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem" für alle Meere (GMDSS A1-A4) und enthält neben NavTex-Funkfernschreibsystem
auch UKW-, GW- und KW-Funkausrüstungen für Sprechfunk- und Digitalen Selektivruf (DSC)-Betrieb, Inmersat-Telefon, Fax, E-Mail
sowie Radarantwortbake (SART) und Seenotfunkbake (EPIRB). Die Ausrüstung stammt weitgehend von SAM Electronics und Sailor.
Zusätzlich ist ein dynamisches Positionierungssystem der Firma Nautronix nach DP2-Standard installiert. Der Standard (D0 bis D3)
bestimmt durch das Maß der Redundanz die Sicherheit gegen Versagen des Systems und damit je nach den zu erwartenden Schäden im
Versagensfall den zugelassenen Arbeitsbereich.
Peildeck:
Hier sind der Magnetkompass und drei fernbediente Suchscheinwerfer der Firma Ibak aufgestellt.
Radarplattform:
Sie überbrückt das Peildeck und verbindet die beiden Abgaspfosten. Sie trägt den Mast,
ein Radargerät und die beiden Feuerlöschmonitore.
Besatzung:
MAGNUS fährt mit einer regulären Crew von 14 Personen. Insgesamt sind Unterkünfte
für 21 Personen vorhanden für den Fall, dass Peronal des Auftraggebers mitfährt. Die Aufbauten sind voll klimatisiert.