Allgemein:
Die vier Schlepper sind typische ASD-Schlepper mit den Ruderpropellern unter dem Heck. Der
Knickspantrumpf hat zwei Knicke, die sich bis ins Heck fortsetzen. Der Rumpf hat 500mm Spantabstand und ist in 5 wasserdichte
Abteilungen unterteilt. Zwischen den Knicken ist mittschiffs ein Schlingerkiel montiert. Ein zweiter, kleinerer Schlingerkiel
folgt dem oberen Knick fast über die ganze Länge. Rumpf und Antriebsanlage sind gemäß Eisklasse 1C des Bureau Veritas verstärkt.
Das entspricht Eisklasse E1 des Germanischen Lloyd. Die Ruderpropeller sind ca. 3,5m vom Heck montiert und dabei um etwa 3° nach
hinten gekippt, um die Winkel der Kardangelenke zu verringern und die Antriebsleistung zu verbessern. Die beiden Schottel Ruderpropeller
sind vom Typ SRP 1515 FP mit Festpropellern von 2,70m Durchmesser, die in Düsen laufen. Die Ruderpropeller ragen dabei um ca. 0,80m
unter dem Rumpf heraus. Im Totholz/Skeg unterscheiden sich die beiden Bauserien. Bei der ersten beginnt das Totholz hinter der
Bugrundung und endet ca. 6m vor dem Heck. Die zweite Bauserie hat stattdessen einen angedeuteten, flachen Bugwulst erhalten,
dafür endet das Totholz bereits ca. 8m vor dem Heck. Das Totholz geht am achteren Ende bei beiden Bauserien ca. 15cm tiefer als
die Ruderpropeller und bietet so einen gewissen Schutz für die Antriebe im Falle einer Grundberührung. Die Ruderpropeller werden
von zwei ABC Dieselmotoren des Typs 8MDZC 4-Takt mit je 1.850KW (2,516PS) bei 1000U/min über Kardanwellen angetrieben. Zwischen
Motor und Kardanwelle ist eine Marine Control Drive (MCD) Kupplung von Twin Disc Inc., USA, eingebaut. Mit dieser Motorisierung
erreichen die vier Schlepper eine maximale Freifahrtgeschwindigkeit von ca. 12kn und maximale Pfahlzüge von 70t vorwärts. Die
Bunkerkapazität beträgt 164m3 Diesel, ausreichend für eine Fahrzeit von ca. 12 Tagen. Die Schlepper sind vollklimatisiert.
Die Schlepper sind von der See-Berufsgenossenschaft und Bureau Veritas klassifiziert und haben die Klasse BV + HULL + MACH,
TUG, AUT UMS, ICE 1C, UNRESTRICTED SERVICE erhalten.
Tank Top Deck:
Die Vorpiek beherbergt Wassertanks, Lagerfläche und zwei Kettenkästen. Im Maschinenraum
sind neben den Hauptmaschinen zwei Generatorsets mit 180kVA Ausgangsleistung auf der Schiffsmittellinie eingebaut, die von Scania
Dieselmotoren des Typs D 9 95M 10-40 mit 196kW Leistung angetrieben werden. Der vordere der beiden ist für den Hafenbetrieb in
einem Schallschutzgehäuse untergebracht. Ein spezieller Hafengenerator wurde so eingespart. Außerdem sind vorne zwei Hydraulikpumpen
für die Schleppwinde angeordnet. Es folgen ein Lagerraum mit Werkbank, der Ruderpropellerraum mit den beiden Schottel Getriebe- und
Steuerungseinheiten und die Achterpiek mit wiederum Wassertanks.
Hauptdeck:
Vordeck:
Vor dem Aufbau ist auf der Back eine hydraulisch betriebene kombinierte Anker- und Schleppwinde Typ SLH150.20/2-2-2 der Firma
Brusselle Marine Industries montiert. Sie hat zwei Trommeln, zwei Kettennüsse und zwei Spillköpfe. Eine Trommel ist mit 90m
Kunstfaserseil und 15m Stahlvorläufer für den Hafenbetrieb belegt, die andere wird mit einem konventionellen Hafengeschirr aus 90m
Draht von 52mm Durchmesser, Recker und Drahtvorläufer oder einem Seedraht ausgerüstet. Die Trommeln haben Zugkräfte von 44t
bei 0-10m/min, 8,5t bei bis zu 44m/min und maximal 6t bei bis zu 50m/min. Die Haltekraft beträgt 180t und bei Nässe 160t. Die
Winde arbeitet spannungsregulierend, d.h. in Abhängigkeit von der gemessen Seilkraft wird das Seil automatisch ausgegeben oder
eingeholt, um die Kraft im voreingestellten Rahmen zu halten. Kettenstopper sind vor der Winde eingebaut. Vor der Winde ist ein
hoher Schleppbock ins Schanzkleid integriert. Die Winde wird auch benutzt, wenn über das Heck geschleppt wird. Dazu wird der
Schleppdraht durch einen Tunnel im Aufbau nach achtern geführt.
Aufbau:
In dem ca. 1m hohen Decksbereich neben dem Tunnel sind Teile der Klimaanlage, Farblast, ein weiterer Lagerraum und der Batterieraum
untergebracht. Oberhalb sind an Backbord die Kombüse und Messe angeordnet. An der Steuerbordseite und an der Vorderfront liegen
drei Doppelkabinen mit einer Sanitäranlage in der Mitte. Keine der Kabinen hat eine eigene Sanitärzelle. Hinten im Aufbau sind
beidseitig die Abgasrohre eingebaut. Lüftungsschächte sind beidseitig im Anschluss an den Aufbau angeordnet. Sie beherbergen
zusätzlich kleine Lagerräume. Zwischen den Lüftungsschächten steht der achtere Schleppbock.
Achterdeck:
Dieser achtere Schleppbock steht vor dem Tunnel und trägt den Kran. Dabei handelt es sich um einen hydraulischen Palfinger Marine
Knickarmkran des Typs PK 10000M mit einer zulässigen Last von 0,39t bei 12,3m Ausladung. Ansonsten ist das Achterdeck bis auf die
üblichen Poller und Lüfter am Schanzkleid und einen Notausstieg völlig leer.
Brückendeck:
Das Steuerhaus steht ungefähr mittig auf dem Brückendeck. Sein Fußboden ist um 1,0m
gegenüber dem Brückendeck angehoben. In dem so entstehenden Raum sind Schaltanlagen für die Brückenelektronik und Teile der Klimaanlage
untergebracht. An der Vorderkante des Steuerhauses ist an beiden Deckaußenkanten je eine 6-Personen Rettungsinsel der Firma DSB
montiert. Im Steuerhaus stehen links und rechts der Schiffsmittellinie zwei Bedienkonsolen. Sie tragen alle erforderlichen Bedienelemente
für u.a. Ruderpropeller, Winden, Beleuchtung und Feuerlöschanlage. Zwischen den Konsolen ist vorn ein Transas Multifunktionsbildschirm
mit elektronischer Seekarte angeordnet. Vertikale Anzeigekonsolen mit Lageanzeigen für die Ruderpropeller und wichtigen Motordaten
sind vorn und achtern an den Fenstersprossen in Verlängerung der Bedienkonsolen befestigt. Der Kapitänssitz kann frei im Raum
bewegt werden. Achtern ist über dem Treppenaufgang eine Schreibtischplatte angebracht. Die Navigationsausrüstung beinhaltet
Magnetkompass, Kreiselkompass, Autopilot, zwei Radargeräte für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt, elektronisches Kartensystem, GPS,
Echolot, Log und AIS. Die Kommunikationsausrüstung ist für GMDSS-A1 Standard gemäß Stand der Technik ausgeführt. Dies begrenzt
den Einsatzbereich des Schleppers auf die VHF Reichweite von mit DSC ausgerüsteten Küstenfunkstationen (30-40 Seemeilen).
In den hinteren Ecken stehen die beiden Schornsteine. Als Rettungs- bzw. Arbeitsboot ist ein Narwhal Festrumpfschlauchboot vorhanden.
Es ist auf einer aus der hinteren Deckskante auskragenden Konsole aufgelagert. Das Boot wird durch den Palfinger Kran bewegt.
Peildeck:
Das Peildeck trägt im vorderen Bereich den Magnetkompass und einen Seematz Suchscheinwerfer,
im hinteren Teil den Mast und einen weiteren Suchscheinwerfer. Der Mast trägt die zwei Radarantennen und die Navigationsbeleuchtung.
Besatzung:
Die Schlepper fahren im Hafenbetrieb mit drei Mann Besatzung.