Allgemein:Die Schlepper der Fairmount-Klasse sind konventionelle Hochseeschlepper mit
offenem Heck und damit der Fähigkeit, schwere Offshoreanker zu bewegen. Sie haben jeweils zwei Propeller in feststehenden
Kortdüsen. Hinter jeder Düse ist ein konventionelles Ruder eingebaut. Der Rumpf ist mit einem Spantabstand von 600mm aufgebaut.
Er ist in sieben wasserdichte Abteilungen aufgeteilt: Vorpiek, Bugstrahlruderraum, Kühlanlagenraum, Maschinenraum, achtere
Treibstofftanks, Steueranlagenraum und Achterpiek. Angetrieben werden die Schlepper von je vier Wärtsilä Dieselmotoren vom
Typ W 6L 32. Die Motoren haben eine Leistung von 4x 3.000kW (4x 4.080PSe) bei 750U/min. Die Maschinen werden mit Intermediate
Fuel Oil (IFO) betrieben. In diesem Fall ist es IFO180. Es wird aus Schweröl und Diesel gemischt, um die geforderte Viskosität
zu erreichen. Es wirken jeweils zwei Motoren paarweise über ein Wärtsilä-Getriebe mit einer Reduktion von 4,84:1 auf eine
Schraubenwelle und einen Wärtsilä-Lips Verstellpropeller mit 3,85 m Durchmesser in Lips HR-Hochleistungsdüsen. Die Schlepper
erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 16,5kn. Der maximale Dauerpfahlzug betrug 200t und bei 110% Maschinenleistung
wurden 205t gemessen. Die Bunkerkapazität beträgt: 539m3 Diesel, 2.201m3 Intermediate Fuel Oil (IFO180)
und 216m3 Trinkwasser. Unter Schleppbedingungen reicht das für eine Seedauer von ca. 40 Tagen. Die Schlepper haben
ein Bugstrahlruder mit Verstellpropellern mit einem Schub von 12,5t bei 825kW Leistung und ein Heckstrahlruder mit Verstellpropellern
mit einem Schub von 10,5t bei 736kW Leistung. Beide stammen von Nakashima Propeller Co. Ltd, Japan. Die Schlepper sind mit
einer Feuerlöschanlage nach FiFi1 Standard ausgerüstet. Zwei Kumera-Feuerlöschpumpen sind an den vorderen Kopf von zwei
Hauptmaschinen gekuppelt. Sie leisten je 1.200m3/Std und versorgen die Löschanlage der Firma Fire Fighting Systems
(FFS) bestehend u.A. aus zwei Löschmonitoren und einer Selbstschutzanlage. Zwei Wellengeneratoren werden über einen zweiten
Abgang von den Wellengetrieben angetrieben. Zusätzlich gibt es zwei Caterpillar Generatorsets mit je 367kVA Leistung und ein
Caterpillar Notstromaggregat mit 99kVA.
Tanktop Deck:
Hier sind u.A. die Hauptmaschinen mit zugehöriger Technik, die Generatorsets, die
Abwasserreinigungsanlage und die zwei Querstromruder auf dem Tank-Doppelboden untergebracht. Angrenzend an das Schott der
Abwasserreinigungsanlage ist der Steuerraum der Maschinenanlage angebaut.
Zwischendeck:
Hinter dem Bugstrahlruderraum befindet sich der Kühlanlagenraum. Außerdem sind verschiedene
Tanks und zwei Kettenkästen für die Offshore-Ankerketten vorhanden. Am achteren Ende befindet sich je Schiffsseite ein
Notausstieg und an Steuerbord der Gang zum Steueranlagen- und Heckstrahlruderraum.
Hauptdeck:
Auf dem Hauptdeck sind hinter der Vorpiek auf der Backbordseite die Besatzungsmesse,
Offiziersmesse und ein Freizeitraum untergebracht. Daran schließen sich an der Bordwand neben dem Windenraum der Klimaanlagenraum,
die Bergungslast mit Werkstatt und die Farbenlast an. Auf der Steuerbordseite befinden sich von Bug in Richtung achtern die
Kombüse, Lebensmittellager, Kühl- und Gefrierräume sowie eine Wäscherei. Neben dem Windenraum liegen eine Gemeinschaftssanitäranlage,
ein Umkleideraum, der CO2-Raum und eine Deckslast. Die elektro-hydraulische Schleppwinde ist vom Typ Wasserfall mit unten zwei
Schlepptrommeln mit je 1.500m x 76mm Schleppdraht und oben einer Trommel für Ankerarbeiten. Die obere Trommel hat die gleiche
Kapazität, ist aber nur mit 300m x 76mm Arbeitsdraht belegt, um möglichst die maximalen Kräfte der Winde (in der untersten Lage)
nutzen zu können. Die Winde hat auf beiden Seiten je eine Kettennuss für Ketten bis 90mm Durchmesser. Die Trommeln sind
auskuppelbar, die Nüsse nicht. Die Winde stammt von Kitagawa Kogyo und hat eine Haltekraft von 400t und eine Zugkraft von 250t.
Die Rückwand des Windenraums nutzt das Schlepp-Kruzifix als Befestigung für die Blechverkleidung. Das mit Holz belegte Achterdeck
hat eine freie Fläche von 384m2 und ist von verkleideten Laderelings auf beiden Seiten begrenzt. Vor dem Windenraum
ist an Back- und Steuerbord jeweils eine Beistopperwinde mit 10t Zugkraft angeordnet. Sie stammen ebenso wie die beiden Spillköpfe
am Heck vom Windenlieferanten. Vor der Heckrolle (5,40m x 2,30m Durchmesser) sind zwei vertikale, hydraulische betätigte
Schlepppins (zul. Last 200t) und eine ebenfalls hydraulisch betätigte Shark Jaw (zul. Last 300t) eingebaut. Sie stammen von
Plimsoll, Singapore, und sind nach einer Lizenz der Firma Smith-Berger, Norwegen, gefertigt.
Unteres Backdeck:
Das Deck ist vollkommen vom Rumpf umschlossen. Nur neben dem Windenraum befindet
sich jeweils an Backbord und Steuerbord ein schmaler, teilweise überdeckter Decksstreifen, auf dem jeweils drei Rettungsinseln
für 2x 20 und 1x 16 Personen montiert sind. An Steuerbord sind hier zwei Ersatzpropellerblätter montiert. Hinter dem im Bug
angeordneten Kabelgatt befinden sich die Mannschaftswohnräume. Fünf der sechs hier angeordneten 4-Bett Kabinen sind außen
angeordnet, eine weitere ebenso wie die Gemeinschaftssanitäranlage in Schiffsmitte. Diese Kabinen haben je zwei Stockwerksbetten,
eine Sitzbank, einen Schreibtisch und vier Umkleideschränke. An Steuerbord ist ein kleines Hospital mit einem Bett und eigenem
Sanitärbereich vorhanden.
Oberes Backdeck:
Im Aufbau befinden sich vorne von Backbord nach Steuerbord eine Einzelkabine und
zwei Doppelkabinen mit Stockwerksbetten. Hinter einem quer verlaufenden Gang befindet sich an Backbord eine weitere Zweibettkabine
und an Steuerbord ein Büro- und Konferenzraum. Hinter diesen beiden befinden sich an der Rückwand ein Lagerraum und der Notstromdieselraum.
Auf der Back ist eine Ankerwinde mit zwei Kettennüssen und zwei Spillköpfen sowie den beiden Kettenstoppern von Kitagawa Kogyo
aufgestellt. Es ist ein Smit-Brackett zur schnellen Befestigung einer Schleppverbindung montiert. Hinter dem Aufbau sind an der
Hinterkante des Decks an Steuerbord und Backbord jeweils ein hydraulischer Schwenkkran der Firma Plimsoll montiert. Der
Backbordkran hat eine zulässige Last von 8t bei 7m Ausladung und 1,5t bei 9m Ausladung, um das MOB Boot bedienen zu können.
Der Steuerbordkran hat eine zulässige Last von 8t bei 7m Ausladung und bedient das Arbeitsboot. Beide Boote sind Festrumpf-Schlauchboote.
Zwischen den Kranen sind eine große Speicherwinde für 1.500m x 76mm Reserveschleppdraht und zwei kleinere Speicherwinden für
Drahtvorläufer angeordnet. Auch sie stammen von Kitagawa Kogyo.
Wohndeck:
An der Vorderfront des Aufbaus sind die Einzelkabinen für Kapitän und Chefingenieur angeordnet.
Sie bestehen aus Tageskabine, Schlafraum und Sanitärbereich. Hinter einem Gang liegen zwei weitere Einzelkabinen mit zugehörigem
Sanitärbereich. In der Mitte ist ein Elektroverteilerraum angeordnet.
Brückendeck:
Um die Brücke herum ist ein Gitterrost-Umlauf angeordnet. An der Vorderwand ist die
Hauptsteuerkonsole eingebaut. Sie hat neben dem traditionellen Steuerrad auch einen Joystick, über den mittels Lipstronic
Steuerelektronik von Lips-Wärtsilä Hauptmaschinen, Querstrahlruder und Ruder gemeinsam gesteuert werden können. An der Rückwand
ist ein weiterer Fahrstand mit Blick auf das Achterdeck angeordnet, von dem neben den Winden auch das Schiff gesteuert werden
kann. An der Backbordseite ist eine Radiostation und an der Steuerbordseite ein Kartentisch vorhanden. In der Mitte des Raumes
sind neben dem Treppenaufgang ein Arbeitstisch und eine Kommunikationsstation angeordnet. Zusätzlich sind Sitzbänke und eine
Teeküche vorhanden. Ein großer Teil der elektronischen Brückenausstattung wurde von Furuno geliefert. Ausnahmen sind u.A. der
Kreiselkompass und der Autopilot, die von Tokimec stammen. Die Ausrüstung beinhaltet unter anderem zwei Radargeräte, DGPS Navigationsdatenrecorder,
AIS und Kommunikationseinrichtungen nach GMDSS Area 3 Standard mit MF-, HF Radio und Inmarsat C und F.
Peildeck:
Hier sind der Magnetkompass, vier fernbediente Suchscheinwerfer und die Satellitenkommunikationantenne aufgestellt.
Monitorplattform:
Sie überbrückt das Peildeck und verbindet die beiden Abgaspfosten. Sie trägt den Mast und die beiden ferngesteuerten FFS-Feuerlöschmonitore.
Besatzung:
Die Schlepper der Fairmount Klasse fahren mit einer regulären Crew von 12 Personen.
Insgesamt sind Unterkünfte für 36 Personen vorhanden, um je nach Aufgabenstellung zusätzliches Personal an Bord nehmen zu können.
Die Aufbauten sind voll klimatisiert.