Allgemein: Esvagt bezeichnet die vier Schiffe als Mehrzweck-AHTS. Dabei können sie die
Rolle als Vorsorger (Supply Vessel) nur unvollständig ausüben, da sie keine Silos für Schüttgut besitzen. Stattdessen sind sie
mit Tanks für aus dem Meer zurückgewonnenes Öl ausgestattet und als ERRV (Emergency Response Rescue Vessel, Notfallschutz und
Rettungsschiff) für bis zu 300 Gerettete zugelassen. Die vier Schiffe sind konventionelle Hochseeschlepper /AHT mit zwei Propellern
in feststehenden Kortdüsen. Hinter jeder Düse ist ein Becker Flossenruder eingebaut. Der Rumpf hat einen Spantabstand von 600mm
und ist gemäß Lloyd Registers Eisklasse 1D verstärkt. Das entspricht Eisklasse E des Germanischen Lloyd und reicht aus für Drifteis
in Flussmündungen und in Küstennähe. Angetrieben werden die Schlepper von je zwei MaK Dieselmotoren vom Typ MaK 8M25. Die Motoren
haben eine maximale kontinuierliche Leistung (100% MCR) von 2x 2.400kW (2x 3.264PSe) bei 750U/min und treiben MAN B&W Alpha
Diesel Verstellpropeller des Typs VB 860 an. Die Propeller haben einen Durchmesser von 3,15m bei 860mm Nabendurchmesser von.
Die Schlepper erreichen eine Geschwindigkeit von 14kn bei 85% MCR. Die Schlepper haben je ein Bug- und Heckstrahlruder der Firma
KaMeWa (inzwischen Rolls Royce) des Typs 1300K/BMS-cp mit Verstellpropellern und je 441kW Leistung. Zusätzlich ist am Bug ein
einziehbarer Ruderpropeller der Firma KaMeWa des Typs UL 1201 CP mit Verstellpropeller in einer Kortdüse mit einer Leistung von
736KW eingebaut. Der maximale Pfahlzug betrug bei 100% MCR 91t und bei zusätzlichem Einsatz des einziehbaren Ruderpropellers 102t.
Die Werte variieren geringfügig von Schiff zu Schiff. Die Bunkerkapazität beträgt: 543m3 Treibstoff, 243m3
Trinkwasser, 1.042m3 Ballast- und Bohrwasser sowie 512m3 zurückgewonnenes Öl. Die Schiffe sind mit drei
Stamford HCM 734F2 Generatorsets mit je 872KW Leistung und einem Notfallgenerator von 217KW ausgerüstet.
Doppelbodentankdecke:
Hier sind vom Bug nach achtern u.a. untergebracht: Bugstrahlruderraum, dann
eine Werkstatt jeweils seitlich durch Tanks begrenzt, Raum mit den drei Generatorsets mit Seitentanks an der Außenhaut, Maschinenraum
mit den Hauptmaschinen. Zwischen den Maschinen befinden sich auf ca. halber Länge weitere einzelne Technikräume. Neben dem
Maschinenraum befinden sich ebenfalls Seitentanks an der Außenhaut. Dahinter liegen Tanks, in die der Heckstrahlruderraum eingebettet ist.
Zwischendeck:
Im Bug befindet sich der Bugstrahlruderraum eingepasst in Tanks. Dahinter liegen
oberhalb der Werkstatt, aber über die volle Breite gehend Aufenthaltsräume mit Sanitäranlagen für Gerettete. Anschließend, oberhalb
der Generatoren liegen an der Steuerbordseite der Maschinenkontrollraum, an Backbord eine Hydraulikeinheit, ein Kessel und der
Abgasschacht für alle Maschinen. Oberhalb der Hauptmotoren ist eine Aussparung im Deck. Auf 3,60m Länge schließt sich über die
volle Breite ein Wasserballasttank an. Dahinter liegen weitere Tanks mit einem Mittelgang, der vom darunter liegenden Maschinenraum
zugänglich ist. Der Gang führt nach achtern zum Antriebsraum für die Shark Jaws und Schlepppfosten sowie die Rudermaschinenräume.
Der eine Ebene tiefer liegende Heckstrahlruderraum wird ebenfalls über diesen Gang erreicht.
Hauptdeck:
Das Deck teilt sich in das offene Arbeits-/Achterdeck und den Aufbaubereich. Auf dem
Achterdeck steht die hydraulisch angetriebene KaMeWa Wasserfallschleppwinde mit zwei Trommeln vom Typ TAW 1500 H. Dabei liegt
die vordere Trommel niedriger als die hintere. Sie hat eine Haltekraft von 250t und eine Zugkraft von 156t. Die Winde hat auf
der Steuerbordseite eine Kettennuss, die es ermöglicht, die Ketten von Rig-Ankern zu bewegen. Hinter der Winde steht das Kruzifix,
das auch das darüber liegende Deck trägt. Zwischen Winde und Kruzifix steht die separate Aufspulvorrichtung. Eine KaMeWa RAUMA MW
300 H Beistopperwinde mit 10t Zugkraft und 30t Haltekraft ist an Backbord neben der Aufspulvorrichtung montiert. Der Arbeitsbereich
des Achterdecks hinter dem Kruzifix von ca. 280m2 ist für eine Belastung von 5t/m2 ausgelegt und wird
seitlich von jeweils einer Ladereling begrenzt. In deren Schutz sind am Heck jeweils an Backbord und Steuerbord ein Spill von
KaMeWa RAUMA Typ CA50H mit 5t Zugkraft montiert. Der überwiegende Teil des Arbeitsdecks ist mit Holzbohlen belegt. Zwischen
Ladereling und Schanzkleid ist die übliche Decksausrüstung (Poller etc.) untergebracht. Für Ankerarbeiten ist eine ca. 2,80m
breite Heckrolle mit ca. 1,50m Durchmesser eingebaut. Davor sind ist eine Triplex Shark Jaw und zwei Triplex Pfosten mit 200t SWL
Belastbarkeit montiert. In den Fotos ist die ESVAGT CONNECTOR am Heck mit einem A-Bock für den Einsatz eines ferngesteuerten
Unterwasserroboters (ROV) ausgerüstet. Die Winde steht in einer Art Garage. An Steuerbord befinden sich seitlich ein Lagerraum,
der CO2 Raum und der Notstromgeneratorraum. An Backbord ist neben der Winde ein Müllraum untergebracht. Die Windengarage ist
nach oben durch ein Deck abgedeckt. Davor liegen an Steuerbord 2 Crew-Einzel- und vier Gäste-Doppelkabinen mit jeweils eigenen
Sanitärzellen. An Backbord liegen ein Behandlungsraum, ein Umkleideraum und ein großer Raum für Gerettete. Direkt vor der Winde
liegt in Schiffsmitte die Rezeption gefolgt einem Treppenhaus und einer Wäscherei.
Deck A:
Im Aufbaubereich sind hinter Lagerräumen in der Bugspitze sechs Crew-Einzelkabinen und ein
Umkleideraum an Steuerbord, Messen, Kombüse und Lebensmittellager an Backbord angeordnet. In der Mitte sind von hinten nach
vorne die Klimaanlage, ein Treppenhaus und zwei Doppelbett-Gästeräume vorgesehen. Alle Wohnräume sind mit eigenen Sanitärzellen
ausgestattet. Am hinteren Ende des Decks ist an Backbord ein schnelles Rettungsboot (FRC) mit speziellem Davit montiert. Ein
zweites Boot mit gleichem Davit ist auf einem an Steuerbord achtern an das Deck angehängten Podest installiert, da der Bereich
davor von einem 6m langen Dacon Scoop, einem mit Kran aussetzbarem, halbstarrem Rettungsnetz belegt ist. Das dritte nach den
britischen Richtlinien erforderliche Boot ist auf der Abdeckung oberhalb der Schleppwinde montiert. Es wird mit dem hydraulischen
Knickarmkran ausgesetzt, der am hinteren Ende des Decks auf der Steuerbordseite steht. Dabei handelt es sich um einen Heila Kran
des Typs HLRM 80-3S mit einer SWL von ca. 5,3t bei der maximalen Ausladung von 12,04m. Zwischen drittem Boot und Aufbau ist eine
Speicherwinde vom Typ KaMeWa Rauma SU100H mit 10t Zugkraft und 20t Bremskraft montiert. Ein Rettungskorb wird neben der Winde gelagert.
Vordeck:
Die Einzelkabinen mit separatem Schlafraum von Kapitän und Chefingenieur nehmen die Vorderfront
des Aufbaus ein. Dahinter liegen an den Seiten jeweils zwei weitere Offizierskabinen. Dahinter folgen von Backbord nach Steuerbord
der Abgasschacht, ein Treppenhaus und eine Crew Einzelkabine. Alle Kabinen haben eigene Sanitärzellen. Am hinteren Ende des
Aufbaus liegen das Schiffsbüro und ein Salon. Auf der Back ist eine kombinierte Anker- und Schleppwinde montiert. Sie hat zwei
Kettennüsse, zwei Spillköpfe und eine geteilte Schlepptrommel. Letztere hat eine Zugkraft von 30t und eine Haltekraft von 130t.
Sie stammt ebenfalls von KaMeWa RAUMA. Auf beiden Seiten des Aufbaus sind je zwei Rettungsinseln montiert.
Brückendeck:
An Backbord ist vorne auf dem Deck ein Leinenschussgerät montiert. Das Steuerhaus ist
um ca. 3,5m von der Vorderkante des Decks zurückgesetzt. Die Vorderfront ist nur ca. 5,20m breit und wird komplett von der
Hauptsteuerkonsole eingenommen. Danach verbreitert sich die Brücke auf fast die gesamte Schiffsbreite, so dass sich geschlossene
Brückennocks ergeben. An Backbord befindet sich der Abgasschacht, an Steuerbord ein Tisch mit Stühlen und ein Sofa. In der Mitte
befinden sich der Treppenzugang und eine Konsole mit Kartentisch und Kommunikationseinrichtungen. Im Bereich des hinteren Fahrstandes
ist die Brücke wieder so schmal wie vorne. Der hintere Fahrstand besteht aus drei längs aufgestellten Konsolen mit zwei dazwischen
angeordneten Stühlen. Die Navigations- und Kommunikationsausrüstung ist auf dem neuesten Stand der Technik. Zusätzlich ist ein
dynamisches Positionierungssystem der Firma Kongsberg installiert.
Peildeck:
Hier sind der Magnetkompass und vier fernbediente Suchscheinwerfer der Firma Seematz aufgestellt.
Dazu kommen der Mast mit Navigationsbeleuchtung und Antennen sowie separat montierte Antennen einschließlich zwei Radarantennen.
Der Mast und die beiden Radarantennenstützen können umgelegt werden, um die Höhe über Wasser zu begrenzen.
Besatzung:
Die Schiffe haben Unterbringungsmöglichkeiten für eine Crew von 15 Personen in Einzelzimmern
und 12 Passagiere in Doppelzimmern. Als ERRV der Gruppe B darf die ESVAGT CONNECTOR alleine an Offshore-Installationen mit
bis zu 300 Personen Besatzung arbeiten. Die minimale Besatzungsgröße ist in den ERRV Richtlinien auf 12 Personen festgelegt.
Die Aufbauten sind voll klimatisiert.