Allgemein: BUGSIER 2 und 3 sind Traktor Schlepper mit zwei Ruderpropellern unter dem Bug.
Vor den Propellern ist mittschiffs eine Dockstütze vorgesehen, die die Ruderpropeller bei Grundberührungen schützen soll. Unter
dem Heck ist zur Verbesserung der Richtungsstabilität eine große Steuerfläche, die Dockflosse, vorgesehen. Der Knickspantrumpf
hat einen Spantabstand von 600mm und besteht aus sechs wasserdichten Abteilungen. Die Schlepper werden von zwei Deutz-MWM Dieselmotoren
vom Typ SBV 9 M 628 mit einer Leistung von je 2.788PSe bei 1.000U/min angetrieben. Die Motoren treiben zwei von Rolls Royce
gelieferte Ulstein Aquamaster US 305 FP Ruderpropeller mit Festpropellern von 2,60m Durchmessern in PV-Düsen an. Die Verbindung
erfolgt über eine starre Welle und eine in den Aquamaster integrierte Schlupfkupplung. Die Ruderpropeller sind in einer Mulde
im Rumpf montiert, um den Tiefgang zu vermindern. BUGSIER 2 und BUGSIER 3 erreichen mit diesem Antrieb eine maximale Geschwindigkeit
von 12kn, einen Dauerpfahlzug von ca. 63t und bei 110% Motorleistung 67t . Der vertraglich geforderte Pfahlzug von 65t wurde
wieder nicht erreicht. Bei der Maschinenleistung von 2.788PSe wären eigentlich Aquamaster US 255 ausreichend gewesen. Wegen der
geforderten Eisklasse und den damit verbundenen Forderungen der Klassifizierungsgesellschaft wurde der stabilere US 305 mit
gleichem Propellerdurchmesser von 2,60m eingesetzt. Die US 305 haben ein dickeres Getriebegehäuse auf der Propellerwelle, so dass
sich im Vergleich ein kleinerer Wasserdurchsatz und damit geringerer Schub ergibt. Eine Vergrößerung des Propellerdurchmessers
verbot sich aber wegen der Tiefgangsvorgaben der Reederei. Die Ursache für den zu geringen Pfahlzug ist damit aber nicht gefunden,
da ja mit 110% Motorleistung 67t erreicht wurden, der Aquamaster 305 mit 2,60m Durchmesser also durchaus 65t Pfahlzug ins Wasser
bringen kann. Die Tankkapazitäten betragen 185m3 Diesel-Treibstoff, 30m3 Trinkwasser, 50m3 Ballastwasser und 4m3 Schmieröl.
BUGSIER 2 und 3 sind nach den Regeln des Germanischen Lloyd gebaut und als GL + 100A5 M E1, "Schlepper" GL + MC E1 AUT klassifiziert.
Die Anordnung des Hauptdecks und die Ausrüstung zeigen, dass die Schlepper auch für Seeverschleppungen gedacht sind. Sie sind
für ihre Einsätze mit Navigationsbeleuchtung so ausgestattet, dass sie dauerhaft mit Bug oder Heck voraus fahren kann.
Hauptdeck:
Erhöhtes Vordeck:
Das Hauptdeck wurde dem Einsatz auf See angepasst, indem dass Vordeck
ca. 1m hinter der Vorderkante des Deckshauses beginnend um ca. 1,50m hochgesetzt wurde. Hier ist eine hydraulisch angetriebene,
kombinierte Anker- und Festmacherwinde mit zwei Kettennüssen, zwei Festmachertrommeln und zwei Spillköpfen montiert. Sie wurde
von dem niederländischen Windenhersteller Kraaijeveld geliefert und hat 10t Zugkraft. Als Anker sind zwei HHP- (High Holding Power)
Anker des Typs Pool mit 330m Stegankerkette mit 24mm Durchmesser vorgesehen. Vor der Winde sind zwei Paar Umlenkrollen eingebaut.
Achterdeck:
Hinter dem Deckshaus ist auf dem Achterdeck die hydraulisch betriebene Wasserfall-Schleppwinde
mit zwei Trommeln untergebracht. Die Winde vom Typ KA-8-H-TR/TR wurde von der niederländischen Firma Kraaijeveld geliefert. Die
Winde hat eine Zugkraft von 80t bei 7m/min und eine Bremskraft von 180t. Die obere Trommel ist mit einem Stahldraht von 800m Länge
und 52mm Durchmesser belegt. Die untere Trommel trägt das Hafenschleppgeschirr mit 150m Stahldraht von 52mm Durchmesser, einem
Recker und einem Stahldraht-Vorläufer. Direkt hinter der Schleppwinde ist ein großer Schleppbock angeordnet, an dessen
Steuerbordpfosten der Mampaey-Schlepphaken mit 65t zulässiger Last befestigt ist. Hinter diesem Schleppbock befindet sich,
leicht nach Backbord versetzt, die Beistopperwinde mit 10t Zugkraft bei 30m/min. Sie stammt ebenfalls von Kraaijeveld. Ungefähr 4m
hinter dem großen Schleppbock befindet sich ein weiterer, jedoch wesentlich kleinerer Bock. Im Heckschanzkleid befindet sich
in Schiffsmitte eine Klappe, die Ankerarbeiten möglich macht, ohne aber den Anker an Bord nehmen zu können. Seitlich neben der Klappe,
jeweils ca. 1,50m nach Backbord und Steuerbord versetzt, sind zwei hydraulisch betriebene Pins der Firma Oelkers & Eicher eingebaut.
Hinter der Schleppwinde ist das Achterdeck mit Holz belegt.
Mittelschiff:
Hier ist das Deckshaus mit dem Fußboden auf Achterdeckshöhe angeordnet. Es beherbergt
auf der Backbordseite vom Bug zum Heck eine Einzelkabine für den Chief, eine Doppelkabine für die Crew, Sanitärraum, Umkleideraum und Lager.
Auf der Steuerbordseite sind es eine Offiziers-Einzelkabine, eine Doppelkabine für die Crew, die Messe, die Kombüse und den CO2-Raum.
Die Aufbauten sind voll klimatisiert.
Unterhalb Hauptdeck:
Hier befinden sich vom Bug zum Heck folgende sechs wasserdichte Abteilungen:
Vorpiek mit Ballasttanks, Werkstatt und Lager, Ruderpropellerraum, Maschinenraum, Seillast und Achterpiek mit Ballasttanks. Im
Maschinenraum sind neben den beiden Hauptmaschinen zwei Stromaggregate mit 225kVA und ein Hafengeneratorset mit 30kVA sowie die
Hydraulikeinheit von Kraaijeveld untergebracht. In der Seillast ist eine hydraulische Speicherwinde von Kraaijeveld mit 800m
Stahldraht von 52mm Durchmesser montiert. Sie hat eine Zugkraft von 4t bei 20m/min.
Bootsdeck:
Es ist die Decke des Deckshauses und trägt im mittleren Bereich die Einbettkajüte des Kapitäns,
den Klima- und Lüftungsraum, Elektroschaltraum, Batterieraum und das Treppenhaus zum darüber liegenden Steuerhaus. Vor dem
Aufbau befindet sich, hinter einem Wellenbrecher, das MOB-/Arbeitsboot mit 25PS Außenbordmotor und seiner Davit. Am achteren
Ende des Decks ist auf der Steuerbordseite ein Palfinger Hydraulikkran montiert. Seine Lasten werden durch eine Stütze in den
Rumpf abgetragen. Der Kran hat ein Lastmoment von 13,3tm und eine Tragkraft von 0,64t bei 12m Ausladung. Am achteren Ende des
Decks ist je Schiffsseite eine aufblasbare Rettungsinsel für 10 Personen in einem Abwurfgestell untergebracht.
Brückendeck:
Es beherbert das Steuerhaus. Jeweils vorne und hinten sind Steuerpulte angeordnet.
Die Navigationsausrüstung besteht aus zwei Radargeräten, elektronisches Seekartensystem, Echolot, Magnetkompass, Satellitenkompass,
Autopilot, Geschwindigkeitsmesser und AIS. Ein erheblicher Teil dieser Ausrüstung stammt von Furuno. Zu den Sicherheitseinrichtungen
gehören unter anderem das automatische Seenot- und Sicherheitsfunksystem GMDSS Area 2 einschließlich Navtex Empfänger, SART und EPIRB.
An Funkausrüstung stehen Inmersat-C, Inmersat-F, zwei VHF- Geräte mit DSC, Wetterkarten-Recorder und MF/HF Gerät zur Verfügung.
Peildeck:
Das Dach des Steuerhauses trägt den Mast, den Magnetkompass und zwei fernbediente Suchscheinwerfer mit je 1.000W.
Besatzung:
Im Hafeneinsatz fahren BUGSIER 2 und 3 mit drei Mann Besatzung. Mit drei Einzelkabinen
und zwei Doppelkabinen ist Raum für 7 Personen im Offshore-Einsatz. Da die Einzelkabinen zusätzlich mit je einem Wandklappbett (
Pullman-Bett) ausgestattet sind, kann die Besatzung maximal 10 Personen betragen.