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- Die Rotor®-Schlepper von Bugsier |
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Im September 2006 wurde BUGSIER 3, der letzte
der drei von der Schiffswerft K.Damen in den Niederlanden gebauten Traktorschlepper mit Ruderpropellern, von der Bugsier-,
Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG in Dienst gestellt. Diese Schlepper haben voll gebunkert einen Tiefgang von
6,70m und 63t Pfahlzug. Relativ schnell wurden die Schlepper im Hafenbetrieb nicht mehr voll gebunkert gefahren, um den Tiefgang
zu reduzieren. Damit war absehbar, dass eine weitere Erhöhung des Pfahlzuges mit Traktorschleppern für die meisten deutschen
Häfen nicht mehr sinnvoll war, da die erforderlichen größeren Ruderpropeller zu noch mehr Tiefgang führen würden. Bugsier
wollte sich aber noch nicht vom Traktorprinzip verabschieden. Da boten sich als Alternative die Rotor®-Schlepper an.
Damit kann bei ca. 80t Pfahlzug der Tiefgang um rund 80cm gegenüber BUGSIER 3 reduziert werden. Bugsier entschied sich dem
entsprechend, drei Rotor®-Schlepper des Typs RT-80r bei Kooren Shipbuilding & Trading (KST) zu kaufen. URAG hat
mit den Voith-Schneider-Schleppern ELBE und EMS (Tiefgang bei vollen 240m3 Bunker 7,1 m und bei 100m3 Bunker 6,36m) ähnliche
Erfahrungen gemacht. So kam man zu vergleichbaren Schlussfolgerungen und bestellte im Februar und August 2007 je 2 RT80-28
(ex RT80r), allerdings mit anderer Ausrüstung. Die URAG Bestellung ist besonders bemerkenswert, da sie seit Jahrzehnten die
erste Abkehr von Voith-Schneider Antrieben bedeutet. Die Bugsier-Schlepper werden folgende Namen erhalten:
BUGSIER 4 BUGSIER 5 BUGSIER 6
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Die Rotor®-Schlepper Typ RT-80r sind Weiterentwicklungen des Typs RT-60 (RT ANTONIE und Schwestern). Der Rumpf
wurde um 30cm verbreitert, um die größeren Propeller optimal anordnen zu können. Der Tiefgang erhöht sich auf 5,95m. Sonst blieben
die Abmessungen unverändert. Die Entwicklung erfolgte von KST noch ohne Kunden für diesen Typ. Am 5. Mai 2006 veröffentlichte
KST den Verkauf von drei der vier bereits bei ASL Shipyard Pte Ltd, Singapore, georderten RT-80r an die Bugsier Reederei. Die
Ausführungsplanung wurde von Kenton Marine Singapore Pte Ltd nach den Regel des Germanischen Lloyd und der See BG durchgeführt.
Die Klassifizierung des GL lautet +100 A5 M Tug&xnbsp; MC AUT FF1, d.h. die Schlepper sind für eingeschränkte internationale Fahrt
(max 200nm von der Küste) zugelassen. Die Schlepper wurden als Baunummern 817, 818 und 819 im Januar 2007 bei ASL Shipyard begonnen.
Zu Wasser gelassen wurden die Schlepper wie folgt:
- BUGSIER 6 26.10.2007
- BUGSIER 4 14.11.2007
- BUGSIER 5 26.01.2008
BUGSIER 6 kam am 28.04.2008 als Decksladung auf BBC ISLANDER in Rotterdam an und wurde von BUGSIER 12 zur Endausrüstung zur Neue
Jadewerft in Wilhelmshaven geschleppt. Sie wurde Ende Juli 2008 in Bremerhaven in Dienst gestellt. BUGSIER 4 und 5 kamen zusammen
mit Kotug’s RT MARGOT als Deckslast auf MS PETKUM am 2.11.2008 in Rotterdam. Die ARION verschleppte die BUGSIER 5 am 5.11.2009
zur Neuen Jadewerft in Wilhelmshaven zur Endausrüstung. BUGSIER 5 wurde Ende Januar 2009 in Hamburg in Dienst gestellt.
Nach zwei wetterbedingt erfolglosen Versuchen holte BUGSIER 20 die BUGSIER 4 am 1.12.2008 nach Wilhelmshaven. Nach der Endausrüstung
wird sie seit März 2009 dort eingesetzt.
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Allgemein:Das Antriebkonzept der ersten Rotor®-Schlepper ist unverändert geblieben.
Die Schlepper sind Traktorschlepper mit zwei Ruderpropeller unter dem Bug, bei denen die Heckflosse durch einen dritten
Ruderpropeller ersetzt ist. Die Antriebe sind jeweils durch Dockstützen geschützt. Die Ruderpropeller sind von Wärtsilä/Lips
vom Typ CS225-S/ WN-K. Die Verstellpropeller von 2,30m Durchmesser laufen in Lips HR-Düsen. Angetrieben werden die Ruderpropeller
von drei Wärtsilä 8L20 C Dieselmotoren mit je 1.600kW / 2.175PSe bei 1000U/min. Es sind die gleichen Motoren wie bei einem Teil
der RT-60 Schlepper (RT Zöe). Die höhere Leistung wird hier durch eine erhöhte Verdichtung in den Zylindern erzielt. Mit dieser
Motorisierung werden je nach Schlepper vorwärts Pfahlzüge zwischen 82t und 86t erreicht. Rückwärts sind die Pfahlzüge bedingt
durch das Antriebskonzept ungefähr gleich groß. Die maximale Freifahrtgeschwindigkeit beträgt 13kn. Die Bunkerkapazitäten betragen
u.a. 120m3 Dieselöl und 30m3 Trinkwasser. Die Reichweite beträgt bei Einsatz nur einer Maschine ca. 4.000sm.
Alle drei Schlepper sind nach FiFi1 Standard mit zwei Nijhuis Pumpen mit je 1.200m3/h Leistung ausgerüstet, die an die
achteren Motorenenden der Bugantriebe gekuppelt sind. Sie versorgen zwei Skum Löschmonitore. Die Schlepper haben eine
Selbstschutz-Sprühanlage mit einer Leistung von 300m3/h.
Unterhalb des Hauptdecks: Der achtere Ruderpropeller ist in einem separaten Abschnitt untergebracht.
Davor befindet sich der Maschinenraum mit den drei Wärtsilä Hauptmaschinen, zwei Volvo Penta Dieselgeneratoren mit je 120kW Leistung,
einem 25kW Generator für den Hafenbetrieb, der Hauptschalttafel und den Feuerlöschpumpen. Die Hauptmaschinen sind mit kurzen
Wellen an die Ruderpropeller angekoppelt. Dadurch stehen die Hauptmaschinen nicht nebeneinander wie bei den ersten Rotor®-Schleppern,
sondern gegeneinander längs versetzt. Vor dem Maschinenraum befindet sich der Raum für die vorderen Ruderpropeller.
Zwischen den Ruderpropellern ist die Abwasserreinigungsanlage eingebaut. Im nächsten Compartment befinden sich eine Doppelkabinen
mit Sanitärzelle sowie ein Raum mit Waschmaschine und Trockner. Davor liegen die zwei Kettenkästen.
Hauptdeck:
Aufbau: Innerhalb des Aufbaus ist das Deck um ca. 50cm gegenüber dem
Achterdeck angehoben. Auf der Steuerbordseite befinden sich von vorne nach hinten: Einzelkabine des Kapitäns mit eigener Nasszelle,
Einzelkabine des Chiefs und eine Doppelkabine. Die letzten beiden teilen sich eine Nasszelle. Auf der Backbordseite sind wieder
vorne beginnend die Messe, die Kombüse und dahinter eine Toilette angeordnet. Der Zugang erfolgt von achtern vom Achterdeck.
Die Unterkünfte sind voll klimatisiert. Die Schornsteine sind an das achtere Ende des Aufbaus angesetzt. Dahinter sind an Backbord
der CO2-Raum und an Steuerbord ein Lagerraum angeordnet.
Achterdeck: Die achtere Schleppwinde ist zwischen den Schornsteinen eingebaut. Die hydraulische Plimsoll-Winde
vom Typ HTW/SD-30/200 hat eine Trommel mit einer Zugkraft 30t bei max. 15m/min bzw. 13t bei 30m/min und eine Haltekraft von 200t.
Sie hat einen Spillkopf. Die Hydraulikmotoren stammen von Staffa/Kawasaki. Diese Winde, die bei den Rotor®-Schleppern
bevorzugt genutzt wird, hat eine Kapazität von 500m Stahldraht von 52mm Durchmesser. Zur Zeit liegen 150m Stahldraht mit Kunstfaser-Recker
und Stahldraht-Vorläufer als Hafengeschirr auf der Winde. Die Schleppwinde steht aus der Schiffmittellinie nach Steuerbord versetzt,
vermutlich um die erforderliche Breite für den Durchgang an ihrer Backbordseite zu gewährleisten. Es ist kein Schlepphaken vorhanden.
Oberhalb des achteren Ruderpropellers ist der Schleppbock montiert. Hinter dem Steuerbordschornstein ist auf einer Säule ein
Palfinger Marine Hydraulik-Knickarmkran vom Typ PK 12000 montiert. Der Kran hat ein zulässiges Lastmoment von 11,6tm und eine
zulässige Last von 0,95t bei der maximalen Ausladung von 10m. Die Schlepper sind für Offshorearbeiten wegen fehlender Heckrolle
oder Aussparung im Heckschanzkleid nur bedingt geeignet.
Vordeck: Am hinteren Ende des Aufbaus führen fünf Stufen zum Vordeck. Am vorderen Ende des Aufbaus folgen zwei
weitere Stufen, sodass die Back ca. eine halbe Deckshöhe über dem Achterdeck liegt. Auf der Back ist eine hydraulisch angetriebene,
kombinierte Anker- und Schleppwinde der Firma Plimsoll vom Typ HATW/GDG-22-30/200 montiert. Sie hat zwei Kettennüsse für Kettendurchmesser
22mm der Festigkeitsklasse U2, eine Schlepptrommel und zwei Spillköpfe. Es sind zwei High Holding Power Anker mit mindestens je 495kg
Gewicht vorhanden. Die Ankerwinde hat eine Haltekraft von 13t und eine maximale Zugkraft von 2,1t bei 10m/min. Die Schlepptrommel
hat eine Kapazität von 250m Dyneema-Synthetikseil von 70mm Durchmesser oder 350m Stahldraht von 52mm Durchmesser. Zur Zeit liegen 120m
Kunstfaserseil mit Stahldraht-Vorläufer auf der Winde. Die Schlepptrommel hat eine Haltekraft von 200t und Zugkräfte von 30t bei 15m/min
bzw. 13t bei 30m/min. Die Hydraulikmotoren stammen auch hier von Staffa/Kawasaki.
Bootdeck: Vorne ist je Seite eine Rettungsinsel der Firma Viking für je 8 Personen in einem
Abwurfgestell angeordnet. Als Arbeits-/Rettungsboot ist ein Zodiac Schlauchboot mit Außenbordmotor vorhanden. Der zugehörige
Bootskran stammt von Global Davit GmbH. Achtern sind hinter den Schornsteinen die zwei Skum Feuerlöschmonitore eingebaut.
Im Mittelbereich ist ein nur ca. 1m hohes Deck angeordnet, das den Batterieraum sowie Stores beherbergt und das Steuerhaus trägt.
Brückendeck: Zwei Bedienkonsolen sind links und rechts der Mittellinie im Steuerhaus angeordnet.
Auf ihnen sind alle Bedienelemente untergebracht, wie u.a. die drei Steuerhebel für die drei Ruderpropeller und ein Master-Steuerhebel
zur gemeinsamen Steuerung aller Antriebe. Zwischen den Konsolen ist ein schienengeführter Sitz eingebaut. Die Navigationsausrüstung
beinhaltet Magnetkompass, Kreiselkompass, Autopilot, zwei Radargeräte (eines davon Flussradar), DGPS, Echolot, und Geschwindigkeitsmesser.
Die Kommunikationsausrüstung entspricht nach GMDSS-A2 Standard und enthält VHF, SSB Radiotelephon, Navtex, Inmersat-C, Epirb,
SART und Intercom. Der überwiegende Teil der Geräte kommt von Furuno.
Peildeck: Hier sind der Mast, zwei unabhängig vom Mast aufgestellte Radargeräte, der Magnetkompass, zwei fernsteuerbare
Suchscheinwerfer der Firma Karl Dose GmbH und die Antennen untergebracht. Der Mast kann ca. 1,50m oberhalb des Decks umgeklappt
werden und trägt nur Navigationsbeleuchtung.
Einsatz: Schiffsassistenz in Bremerhaven (BUGSIER 6), in Wilhelmshaven (Bugsier 4) und Hamburg (BUGSIER 5)
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Hauptabmessungen:
| Länge ü.A.: |
28,30m |
| Länge Wasserlinie: |
26,10m |
| Breite auf Spanten: |
11,50m |
| Breite ü.A.: |
12,00m |
| Seitenhöhe: |
05,24m |
| Tiefgang auf Spanten: |
03,30m |
| Tiefgang, maximal: |
05,95m |
| Höhe über Wasserlinie: |
11,00 m bei geklapptem Mast |
| Vermessung: |
397 BRZ |
| Hauptmaschinen: |
3x Wartsilä 8L20C Dieselmotoren |
| Leistung: |
3x 1.600kW/2.175PSe bei 1000U/min; Gesamt 4800kW/6525PSe |
| Pfahlzug, vorw./rückw.: |
je nach Schlepper 82 – 86t/ ungefähr wie vorwärts |
| Geschwindigkeit: |
13kn |
Quellen: Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG,
Website Kooren Shipbuilding and Trading (KST)
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| Bugsier 6 auf BBC Islander |
Bugsier 4 auf MS Petkum |
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| Bugsier 5, Steuerbordseite |
Bugsier 6, Steuerbordseite |
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| Bugsier 6, Backbordansicht |
Bugsier 6, Heckansicht |
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| Bugsier 6, Backbordansicht |
Bugsier 6, Backbordansicht des Aufbaus |
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| Bugsier 6, Bugansicht |
Bugsier 6, Bugansicht des Mastes |
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| Bugsier 6, Bugansicht des Steuerhauses |
Bugsier 6, Heckansicht des Steuerhauses |
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| Bugsier 6, Backbord Feuerlöschpodest |
Bugsier 6, Skum Feuerlöschmonitor |
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| Bugsier 6, Bugfender und Ankertaschen |
Bugsier 6, Heckfender |
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| Bugsier 6, Achterdeck |
Bugsier 6, Palfinger Kran |
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| Bugsier 6, Plimsoll Heckschleppwinde |
Bugsier 6, Hochdruck-Hydraulikmotor |
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| Bugsier 6, Achterdeck mit Winde und Schleppbock |
Bugsier 6, Steuerbordansicht Plimsoll Anker- und Schleppwinde |
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| Bugsier 6, Plimsoll Anker- und Schleppwinde |
Bugsier 6, Bugansicht des Aufbaus |
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| Bugsier 6, Steuerbord-Seitengang |
Bugsier 6, Zugang zum Steuerhaus |
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| Bugsier 6, Steuerkonsolen |
Bugsier 6, Steuerbordkonsole |
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| Bugsier 6, Blick nach achtern |
Bugsier 6, Hauptschaltschrank |
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| Bugsier 6, Steuerbord-Hauptmaschine |
Bugsier 6, Hauptmaschine für Heckruderpropeller |
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| Bugsier 6, Nijhuis Feuerlöschpumpe |
Bugsier 6, Volvo Penta Dieselgenerator |
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| Bugsier 6, Bug-Ruderpropeller an Backbord |
Bugsier 6, Heckruderpropeller |
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